Dunkle Kapitel nicht verdrängen

Präsident mahnt zur Erinnerung an Holocaust-Opfer

Präsident Nicușor Dan | Archivfoto: presidency.ro

Bukarest (ADZ) – Zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust hat Rumäniens Präsident Nicușor Dan an die Bedeutung von Freiheit, Menschenwürde und Grundrechten erinnert. Das Gedenken an die Opfer zeige auf schmerzhafte Weise, wie zerbrechlich diese Werte seien und wie entschlossen sie verteidigt werden müssten. Geschichte dürfe nicht abstrakt betrachtet werden, sondern stelle eine Pflicht des Gewissens dar. Dan verwies darauf, dass das Erinnern heute umso wichtiger sei, da die kollektive Erinnerung verblasse und extremistische Bewegungen an Zulauf gewinnen. Jüngere Generationen setzten sich immer seltener mit der Vergangenheit auseinander, während Leid durch Kriege, globale Krisen und schwindendes Vertrauen erneut zunehme.

Der Präsident erinnerte auch an die Verbrechen des diktatorischen Antonescu-Regimes. Dieses dunkle Kapitel dürfe nicht verdrängt werden. Mit dem heutigen Wissen bestehe die Verantwortung, Symbole, Gesten und Ideologien zu ahnden, die für den Tod unschuldiger Menschen stehen. Das Gedenken an jedes einzelne Opfer mache die Folgen von Hass deutlich und mahne zur Wachsamkeit gegenüber der von Hannah Arendt beschriebenen „Banalität des Bösen“, so der Präsident in seiner Botschaft.