Bukarest (ADZ) – Nach Angaben der Vorsitzenden des Haushaltsausschusses des Oberhauses, Gabriela Horga, hat das Kabinett von Premier Ilie Bolojan (PNL) 2025 ein „kleines Haushaltswunder“ vollbracht: Wie die liberale Senatorin am Mittwoch bekannt gab, hat Rumänien nicht bloß das Defizitziel von 8,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) eingehalten, sondern das Haushaltsdefizit sogar darunter auf 7,65 Prozent drücken können. Davor hatte schon Finanzminister Alexandru Nazare (PNL) eröffnet, das neue Jahr „sehr optimistisch“ anzugehen – die Perspektiven sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus Sicht der internationalen Finanzmärkte und Rating-Agenturen seien gut, da Rumänien seine Verpflichtungen erfüllt habe. Auch rechne man mit steigenden Investitionen sowie einem diesjährigen Beitritt Rumäniens zur Organisation für Wirtschaft und Zusammenarbeit in Europa (OECD), so Nazare.
Nach Angaben des Finanzministers soll das Haushaltsgesetz 2026 möglichst bis Ende Februar in trockenen Tüchern sein - dieses müsse einen „Neustart“ ermöglichen, wobei man für öffentliche Investitionen vor allem auf EU-Mittel setzen wolle, erklärte Nazare, demzufolge die Investitionen aus öffentlicher Hand im letzten Jahr trotz aller Sparmaßnahmen bei 137 Milliarden Lei gelegen haben – um rund 15 Prozent mehr als 2024. Das Defizitziel werde 2026 wohl bei „etwa 6 Prozent des BIP“ liegen, erwartet werde ein Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent, sagte der Minister.
Auf das „kleine Haushaltswunder“ reagierte PSD-Chef Sorin Grindeanu indes gereizt: Er erwarte, dass sich die Regierung wegen eines Defizits, das unter dem mit der EU-Kommission vereinbarten Ziel liege, nicht in die Brust werfe – „Selbstlob nach Steuer- und Abgabenerhöhungen“ gehe gar nicht.





