Bukarest (ADZ) – Justizminister Radu Marinescu (PSD) soll weite Teile seiner 2009 an der Fakultät für Rechts- und Verwaltungswissenschaften der Universität Craiova verteidigten Dissertation abgekupfert haben: Wie die bekannte Plagiatsjägerin Emilia Șercan am Montag in einem Beitrag für das Nachrichtenportal Pressone enthüllte, seien 56,68 Prozent bzw. 140 der insgesamt 247 Seiten langen Dissertation, die den Titel „Beweisführung in Zivilverfahren“ trägt, plagiert. Sogar das Vorwort sei teilweise abgekupfert – und zwar bei seinem Doktorvater Ion Dogaru und weiteren Ko-Autoren bzw. deren Fachbuch „Die Fundamente des Zivilrechts“. Șercan zufolge besteht Marinescus Dissertation weitgehend aus Teilplagiaten – stellenweise seien per Copy-Paste-Methode bis zu 25 Seiten lange Textfragmente ohne jegliche Attribuierung übernommen worden.
Vom Nachrichtenportal Pressone zu Șercans Plagiatsvorwürfen befragt, entgegnete Marinescu in einer ersten Reaktion, seines Erachtens nicht plagiert zu haben – er habe sich an die akademischen Normen und Standards „jener Zeiten“ gehalten und seine Dissertation unter Koordinierung eines renommierten Professors erarbeitet. Pressone hob daraufhin hervor, dass die vollständige Attribuierung eines in eigene Arbeiten integrierten Textfragments fremder Autoren und dessen Kennzeichnung durch Anführungszeichen auch 2009 akademische Norm gewesen sei.
Der Craiovaer Anwalt Radu Marinescu bekleidet das Amt des Justizministers seit Ende 2024; er gilt als Protegé der einflußreichen PSD-Vizechefin und amtierenden Bürgermeisterin von Craiova, Lia Olguța Vasilescu, der er 2016 als Verteidiger zur Seite gestanden hatte, als sie von DNA-Dezernenten wegen des Verdachts auf Korruptionsdelikte festgenommen worden war.





