Kritik nach Flucht von Polizistenmörder aus Hafturlaub

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Bukarest (ADZ) – Die Polizeigewerkschaft Europol erhebt schwere Vorwürfe gegen die Leitung der Gefängnisverwaltung, nachdem ein wegen Polizistenmordes verurteilter türkischer Geschäftsmann aus dem Hafturlaub sich nicht mehr bei der Vollzugsanstalt Rahova einfand. Die Behörden gehen davon aus, dass er sich in die Türkei abgesetzt hat. Abdullah Ataș habe mit „Unterstützung der Chefs der Gefängnispolizei“ fliehen können, so die Polizistengewerkschaft, die nun Konsequenzen fordert und behauptet, dass Fachleute der Nationalen Gefängnisverwaltung (ANP) sich gegen den Hafturlaub ausgesprochen hätten. Der Täter war 2015 zu 22 Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden, nachdem er einen Polizisten vorsätzlich überfahren hatte. Eine Entlassung auf Bewährung wäre frühestens 2037 möglich gewesen. Dennoch erhielt er laut Gewerkschaft insgesamt zehn Hafturlaube und saß die Strafe im halboffenen Vollzug ab. Der dreitägige Urlaub sei genehmigt worden, obwohl interne Stellen wegen erkannter Risiken abgeraten hätten. 

ANP-Direktor Bogdan Burcu bestätigte, dass er den Urlaub genehmigt habe und räumte ein, dass es im Prüfverfahren möglicherweise auch negative Bewertung gegeben habe. Er begründete die Entscheidung mit internationalen Empfehlungen zu schrittweisem Kontakt von Häftlingen mit der Gesellschaft. 

Der Justizminister hat eine Prüfung der Umstände veranlasst und stellte den Einsatz elektronischer Fußfesseln sowie moderner Überwachungstechnik in Aussicht.