Bukarest (ADZ) – Städte und Gemeinden haben sich auf die gesetzlich vorgesehene Anhebung der Steuern und Abgaben für die Kommunalverwaltungen offenbar schlecht vorbereitet. In der Regel wollen viele Haushalte ihre Schulden beim Staat gleich zum Auftakt des Jahres schnell begleichen, auch um in Genuss von zehn Prozent Rabatt für Frühzahler zu kommen. Doch das Verfahren ist diesmal komplizierter, nachdem Kommunen Immobilien- und Fahrzeugsteuern neu berechnen mussten. Die Verwaltungen konnten ihre eigenen Beschlüsse zur Umsetzung der steuerpolitischen Maßnahmen erst knapp vor Jahresende verabschieden und gerieten mit der Berechnung nach den neuen Schlüsseln in Verzug.
Die digitale Plattform ghiseul.ro, die landesweit für die Bezahlung der Steuern eingesetzt wird, war zu Jahresanfang von zahlreichen Ausfällen geplagt. Die dort eingetragenen Beträge entsprachen zudem oft noch der bisherigen Berechnungsweise und wurden erst im Nachhinein berichtigt. Stark betroffen waren anscheinend viele Bukarester aus dem 2. Stadtbezirk: Am Montag wies die Plattform eine Summe aus, am Dienstag eine auch um ein Viertel höhere, beschwerten sich Steuerzahler in sozialen Medien. Bezirksbürgermeister Rareș Hopincă forderte eine Disziplinaruntersuchung der Vorfälle. Bürger, die ihre Steuerschulden direkt beim Amt bezahlen wollten, mussten ortsabhängig mit großen Warteschlangen rechnen. Viele waren von den neuen Steuern schockiert, die mancherorts auf das Doppelte der letzten Jahre stiegen – um so mehr, als auch andere Abgaben wie Parkgebühren und Kfz-Gebühren höher ausfallen.
Die Behörden empfehlen, mit der Bezahlung der Kommunalsteuern noch ein wenig Geduld zu haben, bis sämtliche Änderungen an den Vorschriften richtig eingearbeitet sind.





