Gemeinsam seit 30 Jahren

In der Geschichte von Institutionen wie auch von Personen finden gelegentlich Änderungen statt, die von personellen, materiellen, politischen oder sonstigen Gegebenheiten verursacht werden. Eine solche Situation ist auch in der Existenz unserer Wochenschrift nach der politischen Wende vom Dezember 1989 eingetroffen, als die „Karpatenrundschau“ ab dem 1. Januar 1996, als Wochenbeilage der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ in Folge der eingetroffenen Fusion erscheinen konnte. Objektive Voraussetzungen führten zu diesem Schritt, auf einige dieser werden wir eingehen, einige in Erinnerung rufen.Die Vorgängerin der „Karpatenrundschau“ wurde im Jahre 1957 als Regionalpublikation für die deutschen Leser aus dem damaligen umfassenden Kronstädter Landesgebiet gegründet und konnte in den Burzenländer-, den Hermannstädter— Mediascher-, Schäßburger- und Neumarkter-Gebieten gelesen werden. Dieses als Ergänzung zu der seit 1949 erscheinenden Tageszeitung „Neuer Weg“ die für eine landesweite Verbreitung sorgte, die diesbezügliche Berichterstattung sicherte, aber auch die Partei- und Regierungsbeschlüsse an die deutsche Minderheit landesweit übermitteln musste. Nach der 1968 eingeführten neuen Landesverwaltung, wurde auch die „Volkszeitung“ als politische, soziale und kulturelle Wochenpublikation unter dem Titel als „Karpatenrundschau“ umgestaltet, wurde landesweit verbreitet und verfügte über ein entsprechendes Redaktionskollektiv, das viel Initiativgeist in der Veröffentlichung der Materialien zeigte. Nach den 1974 landesweit erfolgten Sparmaßnahmen wurde die Seitenzahl der Publikation von 16 auf acht reduziert, wie auch das Redaktionskollektiv von 24 auf 12 Personen. Die politische Wende, die 1989 eingetreten ist, stellte auch unsere Redaktion vor neue Herausforderungen. Die bis dahin erfolgte staatliche Finanzierung blieb aus, Personalmangel trat ein dem allgemeinen Exodus folgend, die Druckkosten stiegen, und die Druckqualität ließ immer mehr zu wünschen. Nach mehreren Eingaben seitens der Redaktionsleitung wurde das Überleben der Publikation, sowie auch das der anderen deutschen Publikationen des Landes, nur zeitweilig gesichert.

Nach mehreren Aussprachen zwischen den jeweiligen Redaktionsleitungen, den Vertretern des Landesforums, des Kulturministeriums und der Presseabteilung der Deutschen Botschaft wurde 1993 die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien als Tageszeitung gegründet, der auch die Banater Zeitung beitrat. Nach Aussprachen mit Kronstädter Persönlichkeiten wurde auch für die KR als einzige Rettung dieser Schritt erwogen. Am 15. Dezember 1995 wurde das Übergabe- und Übernahmeprotokoll zwischen dem Verlag des Kulturministeriums, der Redaktion der KR durch deren Schriftleiter Dieter Drotleff, der Stiftung zur Förderung der Deutschen Literatur, vertreten durch Emmerich Reichrath, der HG ADZ International Press GmbH vertreten durch Hans Frank – beide Gründer der ADZ –, unterschrieben. Das Protokoll sieht vor, dass die KR, deren erste Ausgabe am 6. Januar 1996 erschienen ist, in vier Seiten erscheinen wird, das Personal von der ADZ übernommen und entlohnt wird, als Redakteure für die ADZ Presseberichte und Nachrichten bieten wie auch für die KR deren Existenz somit weiter gesichert wird. Die Finanzierung der ADZ mit den beiden Wochenbeilagen wird nun vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien als deren Herausgeber finanziert.
Nach den 30 Jahren des gemeinsamen Wirkens zwischen den Redaktionen der ADZ und KR ist es den Lesern überlassen zu entscheiden, ob damals der richtige Schritt getan worden ist. Sicher ja, da dadurch das Fortbestehen der KR und der hiesigen Pressetradition gesichert worden ist, zwischen den Redakteuren der KR und denen der ADZ und BZ eine beste Zusammenarbeit bestanden hat  mit dem ehemaligen Chefredakteuren Emmerich Reichrath, dann Rohtraut Wittstock bis zu deren Rentenantritt, und seither mit Nina May. Nach  der Pensionierung der langjährigen Mitarbeiter der KR und ADZ, Dieter Drotleff und Ralf Sudrigian vor einem Jahr, befindet sich die Kronstädter Redaktion in personellen Schwierigkeiten, wobei Elise Wilk und Laura Căpățână Juller bis zu Neueinstellungen ihr Bestes für die Leser geben, um die Tradition der deutschsprachigen Presse Kronstadts fortzuführen.