Temeswar (ADZ) – Nach dem Plagiatsvorwurf gegen Justizminister Radu Marinescu (PSD) hat der USR-Vorsitzende Dominic Fritz die Sozialdemokraten zu einer öffentlichen Distanzierung von Angriffen auf die Journalistin Emilia Șercan aufgefordert.
„Ich bitte die PSD, sich öffentlich und unverzüglich von den Drohungen und Einschüchterungsversuchen gegen die Journalistin Emilia Șercan zu distanzieren“, schrieb der Temeswarer Bürgermeister Fritz auf Facebook.
Auslöser ist eine Recherche der Journalistin, die am Montag beim Online-Medium PressOne veröffentlicht wurde. Darin heißt es, Marinescu habe in seiner Doktorarbeit über die Hälfte des Textes übernommen: 140 von 247 Seiten seien wortwörtlich kopiert, das entspreche 56,68 Prozent.
Die PSD erklärte in einer Pressemitteilung, sie unterstütze Marinescu „ohne Vorbehalte“ und verurteile ein „niederträchtiges Manöver“. Die Partei sprach von einem politischen Angriff und argumentierte, die Arbeit sei seinerzeit von der zuständigen Promotionskommission sowie vom Landesrat zur Bestätigung akademischer Titel CNATDCU bestätigt worden.
Fritz warnte davor, den Fall nach dem Muster früherer Plagiatsaffären zu behandeln. Er hoffe, „dass nicht vorgegangen wird wie im Fall Nicolae Ciucă“, schrieb er mit Blick auf den früheren Regierungschef, gegen den ähnliche Vorwürfe erhoben worden waren. Fritz kritisierte zudem, dass Botschaften „aus dem Umfeld der PSD“ von der rechtsnationalistischen AUR aufgegriffen und weiter radikalisiert würden. Die Journalistin berichtete am Dienstag in einer weiteren Facebook-Mitteilung über Beschimpfungen und Drohungen, die sie nach Veröffentlichung der Recherche über private Nachrichten erhalten habe.




