Gemeinsame Geschichte, neue Begegnungen

Schüleraustausch verbindet Wien und Temeswar

17 Wiener Schüler waren vor den Winterferien zu Gast an der Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar. | Foto: privat

Temeswar – In der letzten Schulwoche vor den Winterferien war die Nikolaus-Lenau-Schule in Temeswar/Timișoara Gastgeberin eines internationalen Schüleraustauschs mit der Mittelschule Reisgasse in Wien. Insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler reisten gemeinsam mit drei Begleitlehrerinnen aus Österreich an und verbrachten mehrere Tage mit den 6. Klassen der Lenau-Schule. Den Austausch hatte Ioana Berariu, Lehrerin und Erasmus-Beauftragte an der Mittelschule Reisgasse, eingeleitet. Sie selbst ist Absolventin der Temeswarer Nikolaus-Lenau-Schule, so dass es auf der Hand lag, dass sie ihre „alte Schule“ in das Projekt einbinden würde. Der Austausch kam über ein Erasmus+ Projekt zustande.

„Ich habe mir gedacht, dass man ein Projekt starten könnte, das mit der Geschichte von Temeswar und des Banats in Zusammenhang steht: wie schaut Wien heute aus, wie schaut Temeswar heute aus, denn beide Städte haben ja einst zum selben Reich gehört, beide haben viele sprachliche und kulturelle Minderheiten, usw.“, erzählt Ioana Berariu. In der Lenau-Schuldirektorin Simona Gabriela Mateiu fand die Lenau-Absolventin eine gute Kooperationspartnerin, doch eng arbeitete Ioana Berariu mit den Lehrerinnen an der Nikolaus-Lenau-Schule, Lorette Cherăscu und Daniela Marcu, zusammen.

Auch wenn die Gäste aus Österreich nicht in Gastfamilien untergebracht waren, trafen sie sich täglich mit ihren Austauschpartnern und nahmen an einem vielfältigen Programm teil. Ein besonderer Höhepunkt war das Rollenspiel „Nikolaus Lenau und die Zeitmaschine“, das die Klasse 6C im Festsaal der Schule aufführte. Zudem wurden die Gäste offiziell von der Schulleitung empfangen und konnten während der Projektwoche „Schule anders“ in verschiedenen Klassen hospitieren. Das kulturelle Rahmenprogramm umfasste unter anderem Besuche des Weihnachtsmarktes und des Dorfmuseums, einen gemeinsamen Spielnachmittag, ein gemeinsames Essen sowie den Besuch des Weihnachtsfests der Schule in der Domkirche.

„Meine Kinder waren tatsächlich von Temeswar begeistert. Am Anfang waren sie natürlich etwas skeptisch, weil sie nichts über Rumänien wussten. Wir haben dann gemeinsam zu Temeswar und zum Banat recherchiert. Sie waren von der Stadt begeistert, sie mochten den Christkindlmarkt und das Banater Dorfmuseum. Sie haben sich dann schnell mit den rumänischen Kindern angefreundet und warten nun auf den Gegenbesuch“, sagt Ioana Berariu.

Der Austausch bot allen Beteiligten eine bereichernde internationale Erfahrung. Neben neuen Freundschaften standen vor allem kultureller Dialog, gegenseitiges Verständnis sowie eine gelebte Lektion in Toleranz und Völkerverständigung im Mittelpunkt.