Löffler-Palast wird saniert

Einschusslöcher von der Revolution aus dem Jahr 1989 bleiben erhalten

Temeswar – Der Löffler-Palast am Temeswarer Opernplatz/Piața Victoriei tritt nach Jahren des Wartens endlich in die Sanierungsphase ein. Mit der Erteilung einer neuen Baugenehmigung beginnen nun die Vorbereitungen für die umfassende Restaurierung des historischen Gebäudes – inklusive der bewussten Konservierung der Einschusslöcher aus der Revolution vom Dezember 1989.

Die frühere Baugenehmigung aus dem Jahr 2024 war ausgelaufen, ohne dass Arbeiten aufgenommen wurden. Im Herbst des vergangenen Jahres genehmigte die Stadtverwaltung die Maßnahmen erneut. Derzeit wird das Gerüst aufgebaut. Ziel des Projekts ist es, sowohl die baulichen Schäden zu beheben als auch die historischen Spuren der jüngeren Vergangenheit sichtbar zu bewahren.

Der Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Löffler-Palast, in dessen Erdgeschoss sich heute ein McDonald’s Restaurant befindet, ist das erste Gebäude linker Hand der Temeswarer Nationaloper. Architektonisch zählt der Bau zur reifen Phase des Secession-Stils in Temeswar und zeichnet sich durch reiche Fassadendekorationen, Stuckornamente, Gipskompositionen und monumentale Skulpturen aus, die dem Bildhauer Géza Rubletzky zugeschrieben werden.

Laut der genehmigten Dokumentation umfasst das Projekt die Sanierung der Fassaden und Innenräume, die Reparatur beschädigter Putzflächen sowie die Restaurierung historischer Metall- und Schmiedeelemente. Die Fassaden werden gemäß dem städtischen Farbkonzept für historische Gebäude neu gestrichen. Gitter und Balkongeländer werden gerichtet, ergänzt und schwarz lackiert.

Die historische Holzfensterkonstruktion muss erhalten und entsprechend der ursprünglichen Ausführung restauriert werden. Auch die alten Rollläden mit beweglichen Enden bleiben bestehen. Moderne Kunststoffrollläden an der Außenseite sind ausdrücklich untersagt. Ein eigener Abschnitt des Projekts widmet sich den Einschusslöchern aus der Revolution von 1989. Diese sollen nicht überputzt oder entfernt, sondern symbolisch konserviert werden. Vorgesehen ist die Anbringung kugelähnlicher Bronzeabgüsse an den Stellen der ursprünglichen Treffer. Zusätzlich soll eine Gedenktafel angebracht werden, die an die Ereignisse jener Tage erinnert.