Temeswar (ADZ) – Bei einem besonders schweren Verkehrsunfall auf der europäischen Fernstraße E70 nahe der Ortschaft Lugojel im Kreis Temesch sind am Dienstagmittag sieben Menschen ums Leben gekommen. Drei weitere Personen wurden verletzt. Das teilten der Temescher Rettungsdienst und das Verkehrsdezernat der Kreispolizei mit.
Der Unfall ereignete sich gegen 13.05 Uhr. Nach Angaben des Temescher Katastrophenschutzes waren vier Fahrzeuge beteiligt: ein Kleinbus für den Personentransport, ein Lastwagen, ein Tanklastwagen sowie ein weiteres Auto. Einsatzkräfte rückten mit mehreren Spezialfahrzeugen, darunter Einheiten zur technischen Rettung und ein Fahrzeug für den Transport mehrerer Verletzter, an die Unfallstelle aus. Nach Informationen der Polizei fuhr der Kleinbus mit insgesamt zehn Insassen aus Richtung Karansebesch/Caransebeș in Richtung Lugosch/Lugoj. Während eines Überholmanövers kam es beim Wiedereinordnen zu einer Kollision mit einem Tanklastwagen. In der Folge prallte der Kleinbus frontal mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammen.
Alle Opfer befanden sich in dem Kleinbus. Unter den Toten sind der 29 Jahre alte Fahrer sowie sechs Mitfahrer. Drei weitere Insassen wurden verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Nach offiziellen Angaben handelt es sich bei allen Betroffenen um griechische Staatsbürger. Sie waren Anhänger des Fußballvereins PAOK Thessaloniki und auf dem Weg von Griechenland nach Frankreich, wo sie ein Europa-League-Spiel gegen Olympique Lyon besuchen wollten. Der Fußballklub aus Thessaloniki wird von dem rumänischen Trainer Răzvan Lucescu betreut.
Der Unfall gilt als der schwerste Verkehrsunfall im Kreis Temesch seit mehreren Jahren. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an. Ein Experte für defensives Fahren erklärte im Fernsehen, es könne zu einer plötzlichen Ablenkung oder einem medizinischen Notfall beim Fahrer gekommen sein; dies sei jedoch bislang nicht bestätigt. Anteilnahme und Unterstützung kamen aus Temeswar. Die Fanvereinigung „Druckeria“ kündigte an, die Familien der Opfer sowie die Verletzten mit Spenden und Hilfsmaßnahmen zu unterstützen. Die Tragödie habe „über Ländergrenzen hinweg Bestürzung ausgelöst“, hieß es in einer Mitteilung der Organisation.
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis kondolierte öffentlich. Er sprach von einem „tragischen Unfall“, der sieben jungen Landsleute das Leben gekostet habe. Die griechische Regierung und die Botschaft in Bukarest stünden in engem Kontakt mit den rumänischen Behörden und leisteten jede mögliche Unterstützung, schrieb Mitsotakis. PAOK-Präsident Ivan Savvidis zeigte sich tief erschüttert. „Es ist eine unbeschreibliche Tragödie. Diese jungen Menschen, die PAOK-Kinder, sind unsere Kinder, sie gehören zu einer großen Familie. Und für unsere Familie tun wir alles – wir lassen niemanden allein“, erklärte Savvidis auf der offiziellen Website des Vereins. Der Fußballverein PAOK kündigte an, sämtliche Kosten für die Überführung der Verstorbenen nach Griechenland sowie für die Unterstützung der Familien zu übernehmen.




