Temeswar (ADZ) – Nach dem Umzug des 13-jährigen Minderjährigen, der an der Tötung des 15-jährigen Alin Mario Berinde in Tschene/Cenei beteiligt gewesen sein soll, ist die Stimmung in der Nachbargemeinde Rumänisch-
Sanktmichael/Sânmihaiu Român angespannt. Mehrere Einwohner versammelten sich am Sonntag vor dem Rathaus und äußerten ihre Sorgen um die Sicherheit der Kinder in der Kommune.
Bürgermeister Viorel Mărcuți rief in einer öffentlichen Stellungnahme zur Ruhe auf, verurteilte die Gewalttat und warnte vor Selbstjustiz. Er zeigte sich tief betroffen von der Tragödie in Tschene und sprach der Familie des Opfers sowie der trauernden Gemeinde sein Beileid aus. Gewalt könne unter keinen Umständen gerechtfertigt werden, erklärte der Bürgermeister; Rache oder eigenmächtiges Handeln würden die Lage nur weiter verschärfen.
Nach Angaben des Bürgermeisters steht die Gemeindeverwaltung seit den ersten Tagen nach dem Verbrechen in Kontakt mit den zuständigen Behörden und der Verwaltung von Tschene. Man habe bewusst auf vorschnelle öffentliche Aussagen verzichtet, um Spekulationen während der laufenden Ermittlungen zu vermeiden. „Meine absolute Priorität bleibt die Sicherheit unserer Kinder“, betonte Mărcuți. Er kündigte eine intensivere Zusammenarbeit mit der Schulinspektion, der Kreispolizei Temesch und dem Kinderschutz an.
Geplant sind unter anderem Programme zur emotionalen Bildung und Gewaltprävention an Schulen, Gespräche mit Eltern über Aufsichtspflichten und Risiken des Drogenkonsums sowie zusätzliche Maßnahmen zur lokalen Überwachung und Sicherheit. Bürger, die konkrete Sorgen hätten, sollten sich direkt an das Rathaus wenden, so der Appell des Bürgermeisters.
Das spontane Protesttreffen wurde von der Gendarmerie begleitet. Das Temescher Gendarmerieinspektorat erklärte, man sei vorbeugend vor Ort, um Zwischenfälle zu verhindern, und zeigte Verständnis für die emotionale Lage der Bevölkerung. Nach Angaben lokaler Quellen suchten zwei Vertreter der Protestierenden auch das Wohnhaus des Bürgermeisters auf, um zu überprüfen, ob sich der 13-Jährige dort aufhalte. Bei der Kontrolle sei der Minderjährige jedoch nicht angetroffen worden; demnach soll er sich zum Zeitpunkt der Überprüfung nicht im Haus seines Großvaters befunden haben.
Parallel weitet sich der Fall auf die Drogenschiene aus: Die Direktion zur Bekämpfung des Bandenverbrechens und des Terrorismus DIICOT ermittelt gegen einen 24-Jährigen, der seit Sommer 2025 wiederholt Cannabis an einen 17-jährigen Minderjährigen geliefert haben soll; die Substanz sei teils gemeinsam konsumiert, teils an weitere Minderjährige (13 bis 15 Jahre) weitergegeben worden. Unter den Empfängern soll sich nach ersten Informationen auch der an der Tat von Tschene beteiligte 13-Jährige befinden. Bei drei Hausdurchsuchungen in Tschene wurden laut DIICOT-Angaben rund 110 Gramm Cannabis sowie Zubehör (u.a. Grinder und elektronische Waage) sichergestellt.
Die Ermittlungen zum Tötungsdelikt selbst dauern weiterhin an. Die beiden 15-jährigen Hauptverdächtigen befinden sich in Untersuchungshaft. Gegen den 13-Jährigen können wegen der Strafunmündigkeit keine strafrechtlichen Maßnahmen verhängt werden; zuständig sind in seinem Fall die Kinderschutzbehörden.




