Temeswar/Tschene (ADZ) – Nach dem gewaltsamen Tod des 15-jährigen Alin Mario Berinde im Kreis Temesch/Timi{ sind zwei gleichaltrige Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen worden. Das Temescher Kreisgericht ordnete gegen beide eine 30-tägige Festnahme an. Zuvor waren sie nach Vernehmungen bei der Staatsanwaltschaft für 24 Stunden festgehalten und über Nacht im Polizeigewahrsam in Temeswar untergebracht worden. Nach Angaben der Ermittler sollen die Jugendlichen die Tat gemeinsam mit einem 13-Jährigen begangen haben, der wegen seines Alters strafrechtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Verbrechen sei rund einen Monat im Voraus geplant worden.
Demnach lockten die Verdächtigen das Opfer am Abend des 19. Januar gegen 21.30 Uhr zum Haus des 13-Jährigen in Tschene/Cenei – unter dem Vorwand, man wolle ihm ein neues ATV zeigen. Dort sei der Jugendliche mit einer Axt und einem Messer tödlich verletzt worden. Anschließend sollen die Beteiligten versucht haben, den Leichnam in Brand zu setzen. Weil dies nicht gelang, brachten sie den Körper laut Ermittlungsangaben mit einer Schubkarre in den Garten, entkleideten ihn und verscharrten ihn. Die beiden 15-Jährigen hätten die Tat eingeräumt und Reue gezeigt.
Der 13-Jährige wurde nach seiner Anhörung nach Hause entlassen und seiner Mutter übergeben. In seinem Fall wurde die Temescher Kreisbehörde für Sozialhilfe und Kinderschutz (DGASPC) eingeschaltet, um Maßnahmen nach dem Kinderschutzgesetz zu prüfen. Nach Angaben der Behörde sind Teams vor Ort, um den Fall zu bewerten. Parallel finden an der Schule der Gemeinde Präventions- und Beratungsgespräche statt. In Tschene ist die Verunsicherung in der Bevölkerung groß – auch aus Sorge, der 13-Jährige könnte in den Schulalltag zurückkehren.
Die Ermittlungen dauern an. Beide 15-Jährigen wurden zudem zur gerichtsmedizinisch-psychiatrischen Begutachtung an das Institut für Rechtsmedizin (IML) in Temeswar gebracht. Zum möglichen Motiv machen die Beteiligten unterschiedliche Angaben: Während in Aussagen von Neid auf den Besitz des Opfers die Rede ist, behaupten die Verdächtigen zugleich, sie seien von dem Jugendlichen über längere Zeit bedroht oder angegriffen worden.
Der 15-Jährige war zuvor von seiner Familie als vermisst gemeldet worden. Bei der Suche fanden Ermittler zunächst persönliche Gegenstände des Jungen; wenig später wurde seine Leiche entdeckt.




