50 Jahre ist es her, dass Martin Rill, geboren am 18. Mai 1951 in Kleinscheuern/[ura Mic˛, sein Studium der Geschichte mit Schwerpunkt Kunstgeschichte und Archäologie an der Hermannstädter Fakultät der „Babe{-Bolyai“ Universität abgeschlossen hat. Anschließend wirkte er im Brukenthalmuseum als Museumsfachmann, Oberkustos und wissenschaftlicher Mitarbeiter, bis er 1989 in die Bundesrepublik Deutschland aussiedelte. Auch dort blieb er Siebenbürgen als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates e.V. in Gundelsheim treu. In dieser Funktion koordinierte er 1991 bis 1995 das vom Bundesminister des Innern geförderte Projekt „Dokumentation siebenbürgisch-sächsischer Kulturgüter“ in Zusammenarbeit mit dem rumänischen Denkmalschutzamt. Anschließend war Rill am Aufbau des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm beteiligt und bis 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter. Bis zu seiner Pensionierung 2019 fungierte er als Leiter des Rumänischen Verbindungsbüros der L-Bank. Die Leidenschaft für siebenbürgisches Kulturerbe hat ihn aber auch danach nicht losgelassen: Anknüpfend an das Siebenbürgen-Dokumentationsprojekt setzte er diese Arbeit in privatem Rahmen fort. Mehrmals im Jahr besuchte er Rumänien und publizierte inzwischen neun dokumentarisch und fotografisch reichhaltige Bildbände zu den verschiedenen Regionen (die ADZ hat stets berichtet). Sein neuester Bildband „Mühlbach und der Unterwald“ erscheint in Kürze. Rill begleitete im Laufe der Jahre aber auch so manches schwierige Restaurationsprojekt mit Rat und Tat, etwa das der Kirchenburg in Alzen/Al]âna. Mit ADZ-Chefredakteurin Nina May plauderte er über positive und negative Entwicklungen im Denkmalschutz in all diesen Jahren am Beispiel der siebenbürgischen Kirchenburgenlandschaft.
Herr Rill, wir haben uns zuletzt über Ihre Bemühungen für die Restaurierung der Kirchenburg von Alzen unterhalten (siehe ADZ vom 29. Juli 2024, „Steiniger Weg zur Restaurierung der Kirche in Alzen“): Ende 2020 war dort ein Teil des Gewölbes eingestürzt, hat Orgel und Gestühl verschüttet, doch trotz Spendenaktion in Deutschland geschah drei Jahre lang nichts, sodass auch der Rest des Gewölbes einkrachte. Dann wurden Sie von der HOG um Hilfe gebeten: Bei der Dokumentation für die Restauration stellten Sie fest, dass die Kirche gar nicht im Grundbuch eingetragen ist, das musste vordringlich berichtigt werden. Dann wurde ein Projekt erstellt, das hunderte Seiten Papier umfasst und zehntausende Euro gekostet hat. Die Orgel wurde zur Reparatur nach Deutschland gebracht, sie soll später vor Ort wieder eingebaut werden. Alles klang so vielversprechend – und dann wurde das Projekt abgelehnt!
Mittlerweile wurde das Projekt DALI (Machbarkeitsstudie) genehmigt. Aber jetzt ist kein Geld für die Restaurierung der Kirche da. Wahrscheinlich wird es noch einmal einen Spendenaufruf durch die HOG geben. Auch die Gemeinde vor Ort hatte einen Spendenaufruf gemacht, aber auch diese Summe dürfte nicht ausreichen. Mit der Summe haben wir gerade mal die Grundbuchangelegenheiten der Kirchenburg geklärt.
Dann haben wir letztes Jahr einen Antrag bei Timbrul Monumentelor (TMI) eingereicht. Das ist ein staatlicher Fond, der jährlich vom Denkmalschutzamt ausgeschrieben wird und vom Staat vor zwei Jahren für kleine und mittlere Projekte ins Leben gerufen wurde, weil es vorher nur Geld für Großprojekte gab. Das lief bisher ganz gut, damit sind auch zwei Kirchenburgen teilrenoviert worden, z.B. in Dobring, da wurde der Chor neu eingedeckt, vorher weideten da Kühe drin. Man muss für den Antrag viel dokumentarische Vorarbeit leisten, aber unser Projekt für Alzen war vollständig und wir hätten schon auf Finanzmittel gehofft. Leider hat diesmal keine Kirchenburg den Zuschlag bekommen. Man konkurriert ja auch mit Projekten im ganzen Land.
Das heißt, man hat vorher exorbitant hohe Kosten, um die Dokumentation zu erstellen – und steht dann trotzdem ohne Geld für die Restaurierung da? Was vorher fast schon abzusehen ist, weil so viele Projekte konkurrieren?
Ja, genauso war es mit Alzen.
Bleibt die Genehmigung denn wenigstens bestehen?
Ja, die bleibt. Und die HOG Alzen und der Kirchenbezirk Hermannstadt haben vor, das Projekt fortzuführen. Aber die Hürden sind relativ hoch, allein das technische Durchführungsprojekt, das als nächster Schritt erstellt werden muss, kostet sehr viel und die Schäden in Alzen sind nach fünf Jahren erheblich größer geworden. Denn jetzt hat sich auch noch der Holzschwamm ausgebreitet. Die Gesamtkosten der Restaurierung würden sich insgesamt auf einige Hunderttausend Euro belaufen.
Welche Schwierigkeiten gibt es noch?
Es gibt inzwischen auch Unstimmigkeiten mit der Gemeinschaft vor Ort, die eine andere Sicht hat und vieles kritisiert und falsch kommuniziert. Der Vorwurf, zu viel Geld für die Studie ausgegeben zu haben, lässt außer Acht, dass das Gesetz rechtliche Schritte erfordert, die eingehalten werden müssen. Ohne den Grundbucheintrag der Kirchenburg konnte mit keiner Arbeit begonnen werden. Wenn den Fachleuten der Zugang zur Kirche erschwert wird, ist das weder für die Verständigung noch für den Fortgang der Arbeiten hilfreich.
Es gab sogar das Gerücht, die HOG hätte die Orgel gestohlen, die zur Restaurierung nach Deutschland abtransportiert wurde. Keine Spedition nimmt ohne Exportgenehmigung von der Denkmalkommission so einen Transport an. Eine Orgel ist ja ein schwerer Gegenstand! Das Ausfuhrzertifikat muss einen Kulturgegenstand im Original begleiten. Leider wurde es versäumt, dieses Papier zu kopieren als die Orgel abtransportiert wurde.
Was geschieht jetzt mit der Orgel, die sollte doch vor Ort wieder eingebaut werden?
Ja, das ist ein neues Problem! Die Orgel wird dieses Jahr fertig – und wohin damit? Das Zertifikat läuft aus, die Orgel muss zurückkommen, da sorgt auch der rumänische Staat dafür, dass das eingehalten wird, vor allem nach all dem, was in Europa passiert ist, dem Raub von Kunstschätzen aus Museen. Im Vertrag mit der Orgelbaufirma ist aber festgehalten, dass sie die Orgel vor Ort einbaut und neu einstimmt, denn für den Transport muss sie ja wieder auseinandergenommen werden.
Die HOG wird also eine Möglichkeit suchen müssen, die Orgel zwischenzulagern, und das alles erhöht die Kosten.
Kann man sie nicht so lang in einer anderen Kirche gastieren und bespielen, wie das gelegentlich praktiziert wird?
(Lacht). Dann gibt es einen Riesenskandal mit den Einheimischen.
Was ist aus den Plänen für das Tourismuskonzept geworden, von denen auch Alzen profitieren sollte?
Das wird wahrscheinlich ohne Alzen umgesetzt. Was schade ist, denn das EU-Förderprojekt GAL für das Harbachtal, das die Bürgermeister und die Zivilgesellschaft der Region vorantreiben, beinhaltet sehr schöne restaurierte Kirchenburgen, die man auf einer Rundreise besuchen kann: Roseln, Agnetheln, Probstdorf, Schönberg, es gibt auch Pläne zur Rehabilitierung der Schmalspurbahn Wusch. Aber in diesem Konzept gibt es wenig Mittel für Instandsetzungsmaßnahmen, nur für Tourismusförderung. Alzen hätte da gut reingepasst, aber wer besucht schon eine eingefallene Kirche?
Aber es gibt auch positive Entwicklungen: Holzmengen hat in diesem Jahr mit der HOG aus Deutschland im Förderprogramm Harbachtal eine wunderschöne Einrichtung geschaffen. Die größte Anzahl Besucher verzeichnen inzwischen Holzmengen und Ag-netheln.
Kommen wir von diesem speziellen Fall auf Ihre allgemeine Tätigkeit zu sprechen: Sie feiern am 18. Mai Ihren 75. Geburtstag und blicken auf gut 50 Jahre Aktivität im Denkmalschutz zurück. Was war das Highlight in dieser Zeit, Ihr Herzensprojekt?
Das Dokumentationsprojekt der siebenbürgisch-sächsischen Kulturgüter zwischen 1991 und 1997. Es war notwendig, weil die Auflösung der sächsischen Gemeinschaften hohe Verluste verursacht hat. Es ist auch viel abhandengekommen, damals. Und die Bundesrepublik hat schnell reagiert und Mittel bereitgestellt. Das war der Ausgangspunkt zu allen Dokumentationen nachher. Aber leider sind aus dieser Arbeit bis heute nur etwa 30 Prozent veröffentlicht!
Wo befinden sich diese Dokumentationsergebnisse?
Die Ergebnisse der Dokumentation werden im Siebenbürgen-Institut in Gundelsheim aufbewahrt und in den Einrichtungen, die in Rumänien mitgearbeitet haben.
Wie haben die hiergebliebenen Sachsen in den betroffenen Gemeinden diese Dokumentationsaktivitäten damals aufgenommen? Gab es da auch schon Kontroversen?
Nein, wir hatten eine hervorragende Unterstützung von den Leuten in den Dörfern. Die haben ihre Feldarbeit liegenlassen und haben uns begleitet, bis wir richtiges Licht zum Fotografieren hatten, die Burghüter und Kuratoren haben Schlüssel beschafft, sie haben geputzt, Staub gewischt, eine Leiter besorgt, logistische Hilfe geleistet, Verpflegung und Übernachtung organisiert, das waren unsere größten Helfer!
Was hat sich in den 50 Jahren, in denen Sie im Denkmalschutz aktiv sind, insgesamt verändert?
Sehr vieles. Bis 1989 oder kurz nach 1990 lag die Pflege der siebenbürgisch-sächsischen Denkmäler praktisch bei der Kirchengemeinde und der Bauabteilung des Landeskonsistoriums, aber durch die Auflösung der Gemeinschaften gab es das nicht mehr. Davor, bis zur Auflösung des rumänischen Denkmalamtes 1977, hatte dieses viele wichtige Kirchenburgen schon in den 1960er und 70er Jahren vor dem Verfall gerettet und restauriert. Mühlbach, Kelling, Michelsberg – das waren alles staatliche Projekte. Die staatliche Denkmalpflege stellt seit 2010 Mittel, die auch sehr ausgeschöpft wurden von der Evangelischen Landeskirche, es gab Großprojekte mit EU-Mitteln, fast 30 Kirchenburgen wurden mit EU-Mitteln saniert. Aber auch vom rumänischen Staat, der hat einige Kirchenburgen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören, restauriert. Das Bewusstsein ist da, leider ist in den letzten Jahren der Bedarf stark angewachsen, landesweit, und die Mittel werden immer kleiner.
Im Vergleich mit der rumänischen und ungarischen Sakralarchitektur haben die Sachsen sehr viel geleistet, auch mit privaten Stiftungen. Dass ab 1992 die Messerschmidt Stiftung die Schäßburger Bergkirche restauriert hat, da hab ich auch dran gearbeitet, war damals ein Novum und hat einen Riesenimpuls gegeben für die ganze Denkmalpflege in Rumänien. Da entstand eine Schule für Restauratoren von Fresken und die Verwendung der richtigen Materialien für die Bausubstanz. Das hat vieles positiv verändert.
Was heute schwieriger geworden ist, ist die Erstellung der notwendigen Dokumentation für eine Restaurierung. Früher hat man für eine Baugenehmigung nur eine ganz einfache Dokumentation gebraucht. Heute muss man 50.000 bis 70.000 Euro investieren. Das Geld fehlt dann natürlich für die eigentliche Instandsetzung. Die Gemeinden sind mit den Folgekosten oft völlig überfordert. Der Staat hat manchmal kleine Mittel, aber die sind von den sächsischen Gemeinschaften fast gar nicht beansprucht worden, weil die das meist nicht wissen: Bürgermeisterämter können pro Jahr 60.000 Lei verwenden und diese sind selten abgeschöpft worden, oder nur für orthodoxen Kirchenbau. Dann gibt es Mittel vom Kreisrat – aber die Abschöpfung dieser Mittel sind immer an eine Dokumentation gebunden, die schwierig ist.
Hinzu kommt, dass es nur eine Handvoll in der Denkmalpflege zertifizierte Fachleute, Architekten und Baufirmen gibt – viel zu wenige in dem Bereich. Die Anforderungen aber sind gewachsen, national und international. Das ist die große Veränderung.
Haben Sie einen ausreichenden Überblick, um eine Diagnose zur siebenbürgischen Kirchenburgenlandschaft abzugeben?
Da gibt es Verluste, die muss man hinnehmen. Es sind trotzdem wenige im Vergleich zu dem riesigen Bestand, den es gibt, in 241 sächsischen Dörfern. Aber der Verfall schreitet voran, vor allem bei kleinen Dorfkirchen, weil die tägliche Pflege oder auch nur die Frühjahrspflege weggefallen ist. Ein großes Problem ist Feuchtigkeit: Belüftung, Entwässerung. Und nach einem Winter muss jemand die gebrochenen Dachziegel ersetzen. In einigen Gemeinden gibt es niemanden mehr, und ab diesem Moment ist die Kirche zum Tode verurteilt.
Wenn ich als Vergleich die Kirchenburgen des Szeklerlandes betrachte, wundere ich mich immer, wie perfekt diese instand gesetzt sind. Aber da ist halt noch die Gemeinschaft da! Und natürlich kommt auch Geld aus Ungarn.
In den sächsischen Gemeinden gibt es wenige Beispiele, wo die rumänische Dorfbevölkerung die Kirchenburg übernommen hat: Deutsch-Weißkirch, Almen, die Projekte von Caroline Fernolend im Rahmen des Mihai Eminescu Trust, die muss man wirklich loben. Oder Kirtsch, und natürlich die Gräfenburg in Kelling, die ist seit Jahren im Ars Transilvania Verein von Marius Porumb, ich bin da auch im Vorstand, man wünscht sich mehr solche Vereine. Holzmengen ist im Aufbau. Die Kirchenburgen, die mit EU-Mitteln restauriert wurden, sind Anziehungspunkte geworden.
Ein Beispiel für eine Rückentwicklung ist leider Schönberg: Da wurde die Kirchenburg lange von der Bukarester Universität für Architektur „Ion Mincu“ genutzt. Sie haben dort eine Schule betrieben, Workshops organisiert, ein Museum betrieben. Seit 2007 sind dort Generationen von Architekten und Baudenkmalpflegern ausgebildet worden. Aber jetzt ist der Vertrag ausgelaufen und der Hermannstädter Kirchenbezirk verlängert das Mietverhältnis nicht mehr. Die Kirchenleitung hat leider nicht eingesehen, dass man die Ausbildung der jungen Fachkräfte dadurch fördern könnte. Die heutigen Architekten, die an Denkmalpflege-Projekten arbeiten, sind alle durch diese Schule in Schönberg gegangen. Das ist ein großer Verlust und das wird auch noch weitergehen.
Hatte das Inventarisierungprojekt in Siebenbürgen auch einen praktischen Nutzen?
Ja, denn durch unsere Dokumentationsarbeit haben wir mitgeholfen, dass fünf sächsische Kirchenburgen in das Weltkulturerbe aufgenommen wurden und das war ein großer Anschub für den Tourismus. Dafür musste eine umfangreiche Dokumentation erstellt werden mit Fotos und Plänen, ohne unser Projekt wäre es nie dazu gekommen.
In den 1990er Jahren haben wir außerdem eine Basis zur internationalen Zusammenarbeit entwickelt mit Universitäten und Baufachschulen. Das hinkt aber leider in der letzten Zeit etwas nach, da ist nur noch die Kooperation mit der Baufachschule aus München geblieben. Alle anderen sind weggefallen.
Wie hätte man mehr unterstützen können?
Indem man diese Einrichtungen ein bisschen fördert: logistisch, den Aufenthalt. Denn sie haben gratis gearbeitet und positive Dinge angestoßen. Ein kürzliches Beispiel ist die Dissertation zweier Studenten aus Regensburg über Deutsch-Weißkirch. Aber früher waren das viele: aus Wien, Nottingham, aus ganz Europa haben Studenten Rundreisen, wissenschaftliche Referate, Diplomarbeiten oder eine Ausbildung vor Ort gemacht. Jetzt ist das ganz eingeschlafen. Außer München ist niemand mehr da.
Ist Siebenbürgen für sie nicht mehr spannend?
Die Kosten in Rumänien sind hoch und das spielt eine wichtige Rolle. Wenn man keine Privatunterkunft findet, sondern eine Touristenpension bezahlen muss...
Aber Studenten aus dem Ausland sind doch oft idealistisch und bereit, bescheiden unterzukommen – wie lief das denn früher?
Die Kirchengemeinden und HOGs haben Unterkunft und Verpflegung organisiert. In Birthälm haben die Studenten aus Nottingham und von der Mincu-Universität, die damals die Bauaufnahmen gemacht haben, einen Monat lang in der Pension gratis gewohnt. Aber sie haben einen Mehrwert von 50.000 Euro erbracht, das sieht man heute nicht.
Der größte Fehler aber scheint die Aufgabe dieses Zentrums in Schönberg. Da wird den jungen Architekten die Möglichkeit der praktischen Erfahrung in der Denkmalpflege genommen. Die Sommerschulen für ein paar Tage können so eine geordnete Schule mit Fachleuten vor Ort, mit Übernachtungsmöglichkeiten für 50 Leute im Gemeindesaal und Schule nicht ersetzen. Schade, dass das jetzt alles wegfällt.
Kommen wir zu einem positiven Punkt: Sie haben einen neuen Bildband in Arbeit, der im Juni in Hermannstadt vorgestellt wird.
Ja, ab 5. Juni bin ich in Hermannstadt, um 50 Jahre seit der Absolvierung meiner Uni zu feiern, da werden wir den neuen Bildband „Mühlbach und der Unterwald“ im Brukenthal-Museum und in der Landeskirche vorstellen. Eine weitere Buchpräsentation wird es in Mühlbach im Kulturzentrum Lucian Blaga geben und am 11. Juni wird das Buch in Bukarest in der Bibliothek der Rumänischen Akademie vorgestellt.
Die ADZ wird natürlich zeitnah noch auf diese Events verweisen. Aber vorweg: Was sind die Highlights in diesem neuen Bildband?
Es geht um ein Gebiet, das landschaftsmäßig wunderschön ist und sich für Rundreisen, Ausflüge und Fahrradtouren eignet. Im südlichen Teil sind die Kirchenburgen in Dobring, Kelling, Großpold und Reußmarkt, die Landschaft bietet Höhen, Ebenen, Auen und sogar Schlammvulkane bei Busd, zwei Dörfer ohne Kirchenburg, Gießhübel und Gergeschdorf, liegen wunderschön in den Ausläufern des Zeckesch-Hochlandes. Eine der schönsten Dorfkirchen aber ist Weingartskirchen: Das ist eine gotische Kirche, errichtet vom Geschlecht der Gräfen aus Kelling. Johannes Gereb, Großgrundbesitzer mit einflussreichen Söhnen im Dienste des ungarischen Königshauses - der eine war Ban von Kroatien, der andere Bischof von Karlsburg und später Erzbischof von Kalocsa, der dritte Kommandant des Heeres - hat sich die besten Meister aus ganz Siebenbürgen geholt. Die Kirche wurde in nur einem Jahr gebaut! Da gibt es eine wunderbare klassische Ausstattung, gotische Türrahmen, Schlusssteine, Handwerkerzeichen wie in keiner anderen Kirche...
Gut Wandern und Radfahren durch Weinberge und Schafweiden kann man auch in Kelling, Rätsch und Urwegen, wo man auch einen praktischen Sinn für Touristen hat, es gibt viele Angebote, die Straße ist gut. Man kann die Gräfenburgen besichtigen und in Urwegen den Friedhof mit romanischer Basilika und die gotische Dorfkirche mit einem berühmten Altar. In der Gräfenburg von Kelling kann man auch übernachten. Und es gibt die berühmten trockenen siebenbürgischen Weine, jedes Mal sieht man Leute mit Kanistern auf der Straße, die sich Wein von privaten Herstellern im Dorf holen.
Aber das große Highlight in der Region ist natürlich die Stadtpfarrkirche Mühlbach. Sie hat den größten Platz im Bildband und ziert auch das Titelbild.







