Sathmar - Mit einer bewegenden Gedenkfeier hat die Stadt Sathmar/Satu Mare am 14. Mai an die verheerenden Überschwemmungen vom Mai 1970 erinnert. Vor 56 Jahren verloren 56 Einwohner der Stadt ihr Leben in den Fluten des Somesch, die weite Teile der Region verwüsteten und das Gesicht der Stadt für immer veränderten.
Am Denkmal auf dem „14.-Mai-Platz“ versammelten sich Vertreter der Behörden, religiöse Gemeinschaften sowie zahlreiche Bürger, um der Opfer zu gedenken. Nach der Nationalhymne Rumäniens hielten Geistliche verschiedener Konfessionen einen Gedenkgottesdienst ab.
Im Anschluss sprach der Bürgermeister von Sathmar, Gábor Kereskényi , über die Bedeutung dieses Tages für die Stadtgemeinschaft. In seiner Rede erinnerte er an die dramatischen Ereignisse des Jahres 1970 und an die Solidarität der Bevölkerung in den schwersten Stunden ihrer Geschichte.
„Heute, am 14. Mai, gedenken wir der katastrophalen Überschwemmungen von 1970 – einer Tragödie, die das Gesicht unserer Stadt für immer verändert und die Seele unserer Gemeinschaft geprägt hat“, sagte der Bürgermeister. Er würdigte insbesondere den Mut der Menschen, die damals den Betroffenen zu Hilfe eilten: Nachbarn, Feuerwehrleute, Soldaten, medizinisches Personal und zahlreiche freiwillige Helfer hätten ihr eigenes Leben riskiert, um andere zu retten.
Die Überschwemmungen richteten enorme Schäden an: Mehr als 4000 Häuser wurden zerstört, über 28.000 Gebäude beschädigt und rund 120.000 Hektar Land verwüstet. In einigen Stadtteilen erreichte das Wasser eine Höhe von bis zu zwei Metern.
Trotz der Zerstörung habe die Bevölkerung von Sathmar niemals aufgegeben, betonte Kereskényi. Die Menschen hätten gemeinsam Schlamm aus den Häusern geräumt, Lebensmittel geteilt und obdachlose Familien aufgenommen. Aus dieser gemeinsamen Kraft sei jener „Geist von Sathmar“ entstanden, der die Stadt bis heute präge.
Der Bürgermeister appellierte an die Bürger, auch in schwierigen Zeiten Zusammenhalt zu zeigen: „In Sathmar bauen wir keine Mauern. Wir bauen Brücken – Brücken über die reißenden Wasser der Vergangenheit und Brücken in eine bessere Zukunft.“
Die Gedenkveranstaltung war nicht nur eine Erinnerung an die Opfer der Flutkatastrophe, sondern auch ein Zeichen des Respekts vor dem Mut und der Solidarität jener Generation, die die Stadt nach der Tragödie wiederaufgebaut hat.





