Abschied von einem Spender der ersten Stunde

Ana Blandiana und Mitgestalter trauern um Dr. Radu Anastase

Bochum/Sighetu Marmației – Seit Freitag, dem 17. April, ist die Gedenkstätte in der Maramuresch für die Opfer des Kommunismus und für die ihm geltende Widerstandsbewegung, das berühmte wie berüchtigte „Memorial“ in Rumäniens nördlichstem Gefängnis-Ort der politisch kruden Nachkriegszeit bis 1955, um einen Freund und Förderer aus den Reihen der intellektuell anspruchsvollen Diaspora ärmer: Zahnarzt Dr. Radu Anastase, dessen Karriere sich über viele Jahrzehnte hin ausgewiesen spitzenmäßig in Nordrhein-Westfalen ereignet hat, ist als Rentner verstorben und stand der 1994 von Ana Blandiana gegründeten Stiftung „Academia Civică“ zeitlebens sehr nahe. Nicht nur ein exzellenter Könner seines Fachs war er, wie die Vorsitzende der „Bürgerlichen Akademie“ noch am selben Tag der Öffentlichkeit bestätigte, sondern auch „ein in das Schöne und die Wahrheit, in die Literatur und Kunst Verliebter“, der Rumänien in allen Registern „von Bewunderung bis zu Nostalgie, vom Leid bis zum Stolz“ achtete. Die Kassettenspielgeräte, dank derer das 1993 neu gegründete Oral-History-Departement des Studienzentrums der Stiftung „Academia Civică“ überhaupt erst richtig aufgebaut werden konnte, hatte Dr. Radu Anastase den bis heute engagierten und mehr denn je prominenten Gestaltern der Sache des „Memorials“ geschenkt, und auch die Uhr an einer Wand des Vortragsraumes jener ehemaligen Haftanstalt, wo von 1998 bis 2022 jährlich Sommerschulen für den humanistisch vertrauenswürdigen Elite-Nachwuchs in Rumänien gemeistert wurden, geht auf die Hilfsbereitschaft vom Bochumer Zahnarzt und Gönner zurück. „Seine Gaben haben uns ermutigt und geholfen, nicht aufzugeben“, hält Ana Blandiana im kurzen Nachruf auf Dr. Radu Anastase fest. „Wir sind ihm dankbar und werden ihn nicht vergessen. Gott habe ihn selig und vergelte es!“