Seit Kurzem bin ich Teil der Redaktion der Karpatenrundschau – und freue mich sehr, mich hier vorstellen zu dürfen.
Mein Name ist Bernice Krech-Lițoiu, ich bin 24 Jahre alt und im Westerwald (Deutschland) aufgewachsen.
Zunächst dazu, wie ich nach Rumänien gekommen bin: Dadurch, dass meine Eltern und alle unsere Vorfahren Siebenbürger Sachsen (aus Hamlesch und Hermannstadt) sind, gab es schon immer eine gewisse Verbindung, auch wenn ich, wie viele meiner Generation, in Deutschland geboren und aufgewachsen bin. Trotzdem haben meine Eltern uns die Region, in der sie aufgewachsen sind, bei einigen Besuchen gezeigt und außerdem war ich im Teenageralter mit einer christlichen Organisation (BMO) zu mehreren Hilfseinsätzen in der Moldau-Region unterwegs. Dabei habe ich mich sehr in das Land und die Kultur verliebt. Durch die Herzlichkeit, das Essen und viele Details, die mich an meine Familie – besonders meine Großeltern – erinnern, fühle ich mich hier bis heute mehr zu Hause als in Deutschland. In meinem Umfeld wurde das schnell als „Rumänien-Virus“ betitelt.
So kam es dann, dass ich nach dem Abitur ein größeres Abenteuer in Rumänien gewagt habe: einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst bei einem christlichen Freizeit- und Bibelschulzentrum von den Fackelträgern (Purtătorii de Făclie) in Rosenau. In den zehn Monaten dort habe ich die Region in und um Kronstadt kennengelernt und auch angefangen, rumänisch zu lernen. Ich glaube nicht an Zufälle und würde den Wunsch, nach Rumänien zu kommen, auch als Gottes Leitung bezeichnen, denn gegen Ende dieser Zeit habe ich meinen (jetzt) Mann kennengelernt und es wurde klar, dass Rumänien für mich nicht nur ein kurzer Zwischenstopp ist. Nach etwas mehr als einem Jahr Fernbeziehung (ich in Deutschland, er in Rumänien) und einigen bürokratischen Angelegenheiten zur Einschreibung an der Transilvania-Universität in Kronstadt und zum Umzug konnte ich im September 2022 endgültig nach Rumänien ziehen.
Seither sind dreieinhalb Jahre vergangen, ich habe meine rumänische Staatsbürgerschaft formalisiert, wir haben geheiratet und diesen Februar habe ich mein Studium (Anglistik und Germanistik an der philologischen Fakultät der Transilvania-Universität Kronstadt) abgeschlossen. Dabei habe ich meine Bachelorarbeit über den Wandel der siebenbürgisch-sächsischen Traditionen (vor allem Hochzeit, Dialekt und Tracht) in Gemeinschaft und Diaspora geschrieben, ein Thema, das mich schon länger beschäftigt hat. Durch dieses Studium habe ich auch den Kontakt zur Karpatenrundschau bekommen, da eine Dozentin wusste, dass in der Redaktion eine Stelle offen ist. Im Gespräch mit meinen Eltern stellte sich dann heraus, dass meine Großeltern früher schon den Vorgänger der ADZ abonniert hatten, was wieder eine schöne Verbindung darstellte.
Ich freue mich nun sehr über die Möglichkeit, in Zukunft in meiner Muttersprache einen Beitrag für die deutschsprachige Minderheit in und außerhalb Rumäniens leisten zu dürfen und dabei auf regionale Themen und Geschehnisse einzugehen. Dafür wünsche ich mir, nah an den Menschen zu sein und auch über tiefgreifendere Themen zu schreiben. Mich interessieren vor allem Identität, Tradition und Wandel. Dazu gehören Kulturveranstaltungen und regionale Projekte, Glauben und Gemeinschaft, persönliche Lebensgeschichten und Rückkehrer, sowie neue Formen, siebenbürgisch-sächsische Kultur zeitgemäß sichtbar zu machen – darüber zu berichten kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, einen so kreativen Arbeitsplatz zu haben und bin gespannt, wie die Zukunft aussieht und wie sich meine journalistische Arbeit hier entwickeln wird.





