Drängen aus einem Untergeschoss in das endlich große Domizil

Ein kleines wie solides Museum plant sein räumliches Wachsen

Klausenburg – Informatiker Dan Craioveanu, der noch vor dem Ausbruch der Covid-Pandemie das Kunststück fertiggebracht hatte, Gönner und Förderer für das Renovieren eines geräumigen Altbau-Kellers im zentralen Klausenburg/Cluj zu gewinnen und darin das „Muzeon“ für jüdische Geschichte zu eröffnen, denkt bereits an den Umzug der in sieben Sprachen verfügbaren Dauerausstellung in ein nächstgrößeres Lokal historischen Datums: es steht auf der genauso fußgängerfreundlichen Tipografilor-Gasse in bester Stadtmitte und hat kürzlich im April zu Spendenzwecken schon ein ausverkauftes Klezmer-Konzert mit Cellistin Beth Silver aus Kanada und den vier Mitgliedern der bundesdeutschen „Maslband“ beherbergt. Zudem findet hier Freitagvormittag, am 15. Mai, um 11.30 Uhr auf Englisch ein populärwissenschaftlicher Vortrag über Vergangenheit und Zukunft der Jüdischen Gemeinschaft Klausenburgs statt, den sich Museumsgründer und -Geschäftsführer Dan Craioveanu mit Lilla Kornélia Kelemen teilt. Wo Ersterer sich eifrig auf seine jüdischen Wurzeln beruft, leistet die Co-Referentin gar nicht Unwesentliches als Ausarbeiterin der eigentlichen Dauerausstellung im „Muzeon“. Ihre Diplomarbeit recherchiert, dokumentiert und geschrieben hat Lilla Kornélia Kelemen über die reformierte Jüdische Gemeinde in Klausenburg, und zwei Semester auch am Departement der Eötvös-Lorand-Universität Budapest für Hebräische Studien als Erasmus-Stipendiatin verbracht. Derzeit steht sie im Promotionsstudium an der Babeș-Bolyai-Universität Klausenburg. Dan Craioveanu spricht während des eineinhalbstündigen Vortrags im noch umfassend zu renovierenden Zukunfts-Standort des „Muzeon“ über die Vielzahl an Herausforderungen, die vor der Museumseröffnung gemeistert sein wollten. Bei kostenlosem Eintritt in das Erdgeschoss von Haus Nummer 25 auf der Tipografilor-Gasse – dem „Pollák-Haus” – sind dennoch Spenden willkommen. Immerhin kann man sich auch und gerade von dieser Veranstaltung Informationen über einen illustren jüdischen Unternehmer im späten 19. Jahrhundert versprechen, der manches Herrschaftliche und noch heute prächtig in der Innenstadt Stehende hatte bauen lassen. Sonnabend übrigens, am 16. Mai, steht im besagten „Pollák-Haus” das zweite Konzert binnen vier Wochen an: Schülerinnen und Schüler des überregional bekannten und nach Sigismund Toduță benannten Musikgymnasiums treten um 19 Uhr mit Klassik auf, deren jüdische Klänge nicht zu überhören sind. Im gleichen Haus Nummer 25 auf der Tipografilor-Gasse waren schon bald nach dem Ersten Weltkrieg Werkstätten, Wohnräumlichkeiten, eine Küche, eine Metzgerei unter Einhaltung des Kaschrut und der Salon für Versammlungen der Jüdischen Gemeinde Klausenburgs untergebracht.