Endlich ein Consulter für das Schienenbauprojekt

Mit der Sanierung der Strecke zwischen Herkulesbad und Poarta kann planerisch begonnen werden

Karansebesch/Temeswar – Wie die Nationale Kompanie für Schienenverkehr CFR SA über die Eisenbahnregionale Temeswar bekanntgibt, hat sich endlich ein Consulter gefunden, der die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten auf Streckenabschnitt Herkulesbad – Poarta der Eisenbahnlinie Craiova – Drobeta Turnu Severin – Karansebesch, Teil des Transeuropäischen Korridors Richtung Naher Osten, begleitet (genauer: den „Orient-Korridor/Östliches Mittelmeer“). Da diese Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten – mit dem Hauptziel höherer Reise- und Transportgeschwindigkeiten auf einer konsolidierten und sichereren Eisenbahnstrecke – aus EU-Mitteln finanziert werden, muss eine der Grundbedingungen des Geldgebers respektiert werden. Und zwar müssen die Arbeiten von einem Consulter kritisch begleitet werden.

Das Problem dabei: für den unumgänglich nötigen Consulter bei solcherlei Arbeiten mit sehr hohem Kostenaufwand sind regelmäßig sehr kleine Summen vorgesehen. In der Folge reißen sich selbst die darauf spezialisierten Firmen nicht gerade um diese Rolle, selbst wenn für die Erfüllung der Aufgabe nicht viel Personal und keine teuren Ausstattungen nötig sind – dafür aber entsprechend qualifiziertes Personal! Aus Interna der Rumänischen Eisenbahngesellschaft geht her-vor, dass auch bei diesem Projekt erst mal die den Consultern vorbehaltenen Summen erhöht werden mussten, bevor sich Interessenten an dieser unumgänglich nötigen Aufgabe gemeldet haben. Schließlich, das ist gut ein Jahr nach Beendigung der Ausschreibungen für die Bauausführung des Streckenabschnitts Herkulesbad – Poarta (der Ort bei Iablanița bezeichnet die Stelle, wo der 45. Breitengrad die Bahnlinie und die Europastraße E70/Nationalstraße DN 6 schneidet, die „Porta Orientalis“), fand sich auch ein Consulter. Für diesen Consulter sind jetzt mehrwertsteuerbefreit 18.643.177,67 Lei vorgesehen. Den Zuschlag bekam die Firmen-Assoziierung ISPCF – TRF INGINERIE SRL – VIO-TOP, wo erstere Projektleader ist.

Die Gewinner der Ausschreibung für die Begleitung und Überwachung der Sanierungs- und Rehabilitierungsarbeiten einer der schwierigsten Streckenabschnitte (in der Vergangenheit hat es auf diesen 32,637 km langen Eisenbahnstrecke der „Magistrale 100“ die statistisch meisten Entgleisungen von Zügen in ganz Westrumänien gegeben) müssen sich umgehend an die Arbeit machen. Nach Fertigstellung der Modernisierungs, Sanierungs- und teilweise Umbauarbeiten soll hier die Reisegeschwindigkeit der Züge von gegenwärtig maximal 60 auf 120 km/h erhöht werden.

Das Projekt ist langfristig angelegt: 12 Monate/ein Jahr für die Entwurfsarbeiten, 48 Monate/vier Jahre für die Bau- und Montagearbeiten (es gibt u.a. auch drei Tunnels zu sanieren) und 120 Monate/zehn Jahre Garantiezeit, plus drei Monate Post-Garantiezeit. Die Gelder kommen aus demTransportprogramm 2021-2027 der EU, sind zur Gänze nicht rückzahlpflichtig und decken fast sämtliche Kosten. Was allerdings nicht heißt, dass der Staat nicht auch finanziell etwas beitragen muss. Für die Bauarbeiten hat sich per Ausschreibung die Rumänienfiliale von PORR-Bau bereits im Frühjahr 2025 qualifiziert. Die Firma wird alle sich ergebenden Arbeiten für (mehrwertsteuerbefreit) 2,14 Milliarden Lei ausführen.

Die Strecke durch den Nordteil des Banater Berglands ist eine der wirtschaftsstrategisch bedeutendsten Bahnlinien des heutigen Rumäniens und wurde 1875 als Eisenbahnverbindung zwischen Wien, Budapest und Bukarest eingeweiht. Jene auch internationale Bedeutung (auch der legendäre „Orient-Express“ ist auf dieser Strecke schon verkehrt) soll der Bahnstrecke nach deren Modernisierung neuerlich verliehen werden.