Erste Rücktrittsforderungen nach Radu Opreas Auschwitz-Vergleich

Generalsekretär der Regierung schwer unter Beschuss

Radu Oprea | Archivfoto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Der Generalsekretär der Regierung, Radu Oprea, steht diese Tage wegen seines Auschwitz-Vergleichs am öffentlichen Pranger: Der PSD-Politiker, der die von Premierminister Ilie Bolojan (PNL) beschlossenen Personalkürzungen bei der Kanzlei des Regierungschefs schon seit geraumer Zeit blockiert, hatte den Medien nämlich seelenruhig mitgeteilt, im Regierungsapparat überhaupt kein Personal abbauen zu wollen – Menschen seien „bloß in Auschwitz Zahlen gewesen“, für ihn selbst stünden sie im Fokus. Angesichts der darauffolgenden Empörungswelle entschuldigte sich Oprea am Donnerstag via Facebook halbherzig: Er bedauere, bei jüdischen Bürgern weltweit „schmerzhafte Erinnerungen“ wachgerufen zu haben, doch sei er missverstanden worden – zwar habe er sich einiger „harter Worte“ bedient, allerdings in „harmloser Weise“, schrieb Oprea.

Davor hatte USR-Sprecher Cristian Seidler den Generalsekretär der Regierung zum Rücktritt aufgefordert – das „absolut Böse“ könne und dürfe nicht bagatellisiert werden, einige Dutzend läppische Entlassungen mit Auschwitz bzw. der größten Todesfabrik der deutschen Nationalsozialisten zu vergleichen sei schlichtweg „abscheulich“, stellte Seidler in einem Facebook-Posting klar. Wer derlei Vergleiche anstelle, scheine nicht nachzuvollziehen, wie tief er mittlerweile gesunken sei – eine Entschuldigung nebst umgehendem Rücktritt seien unabdingbar, so Seidler.

Auch PNL-Vize Alexandru Muraru forderte Oprea zum sofortigen Abgang auf – sein Statement sei nicht bloß ein „Zeichen krasser Ignoranz“, sondern vor allem eine Beleidigung aller Opfer des Holocaust, betonte Muraru. Der PNL-Vize beklagte weiters, dass die PSD de facto „jeden Versuch, Verschwendung und Privilegien abzubauen, konsequent blockiert“.