Der Wettbewerb ist ein Projekt der Deutschen Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen. Gefördert wird er zudem vom Bundesministerium des Innern sowie weiteren Partnern, darunter die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland und das Zentrum gegen Vertreibungen. Damit steht der Wettbewerb auf einem breiten institutionellen Fundament, das seine gesellschaftliche Relevanz unterstreicht.
Der Wettbewerb richtet sich gezielt an junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Nachfahren von Vertriebenen sowie Angehörige deutscher Minderheiten im Ausland. Eine Zielgruppe, die zahlenmäßig bedeutend ist, deren Erfahrungen jedoch im öffentlichen Diskurs häufig zu wenig Beachtung finden. Dabei bringen gerade diese jungen Menschen eine besondere Fähigkeit mit: Sie bewegen sich selbstverständlich zwischen verschiedenen kulturellen Räumen, Sprachen und Erinnerungstraditionen – und wirken damit als Vermittler zwischen Welten.
Sprache als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Hier setzt „WortBrücken“ an. Der Wettbewerb versteht Sprache nicht nur als Ausdrucksmittel, sondern als verbindendes Element: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen individueller Biografie und kollektiver Geschichte. Der Essay als gewählte Form ist dabei bewusst offengehalten. Er erlaubt persönliche Erzählungen ebenso wie analytische Reflexionen und bietet Raum für Zwischentöne, Ambivalenzen und Brüche – all das, was komplexe Identitäten ausmacht.
Inhaltlich sind den Teilnehmenden kaum Grenzen gesetzt. Fragen nach Heimat, Herkunft, Erinnerung und Zugehörigkeit stehen im Zentrum, können aber auf ganz unterschiedliche Weise behandelt werden. Was bedeutet „Heimat“ in einer globalisierten Welt? Welche Rolle spielen Sprache und Erinnerung im eigenen Leben? Und wie kann persönliches Erleben zu gesellschaftlichem Dialog beitragen? Der Wettbewerb lädt dazu ein, diese Fragen nicht nur individuell zu beantworten, sondern sie auch in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang zu stellen.
Zwischen Herkunft und Zukunft: Warum der Wettbewerb relevant ist
Der Hintergrund des Projekts ist ebenso aktuell wie relevant. In den vergangenen Jahren ist ein wachsendes Interesse junger Menschen zu beobachten, sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen – insbesondere im Kontext von Migration, Vertreibung und kultureller Mehrfachzugehörigkeit. Diese Auseinandersetzung ist mehr als ein Blick zurück: Sie eröffnet neue Perspektiven auf Gegenwart und Zukunft und kann einen wichtigen Beitrag zur Verständigung in einer vielfältigen Gesellschaft leisten.
„WortBrücken“ möchte genau dieses Potenzial sichtbar machen und fördern. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen, differenzierte Perspektiven in die Mehrheitsgesellschaft zu tragen und den interkulturellen Dialog zu stärken. Gleichzeitig werden die Teilnehmenden ermutigt, sich selbst als aktive Stimmen in gesellschaftlichen Debatten zu begreifen – als Menschen, die nicht nur zwischen Kulturen stehen, sondern diese aktiv miteinander verbinden.
Ablauf, Preise und besondere Chancen
Der Wettbewerb läuft bis zum 1. Juni 2026. Eingereicht werden können deutschsprachige Essays mit einem Umfang von etwa 1500 bis 3500 Wörtern. Die Bewertung erfolgt anonym durch eine unabhängige Jury. Die besten 15 Beiträge werden in einer Online-Publikation veröffentlicht, während die drei herausragendsten Essays mit Preisgeldern ausgezeichnet werden (1. Preis: 1000 Euro; 2. Preis: 500 Euro; 3. Preis: 350 Euro). Darüber hinaus gibt es mehrere Sonderpreise, unter anderem für Beiträge aus dem Kreis deutscher Minderheiten im Ausland.
Ein besonderer Höhepunkt ist die geplante Preisverleihung im September 2026 in Berlin, zu der alle Preisträge-rinnen und Preisträger eingeladen werden. Doch unabhängig von Auszeichnungen steht vor allem eines im Mittelpunkt: die Möglichkeit, gehört zu werden.
Schreiben als Akt der Verständigung
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Vereinfachungen geprägt sind, setzt „WortBrücken“ auf Differenzierung und persönliche Perspektiven. Der Wettbewerb erinnert daran, dass hinter historischen Begriffen wie Migration oder Vertreibung individuelle Geschichten stehen – Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.
So wird Schreiben hier zu mehr als einer kreativen Übung. Es wird zu einem Akt der Selbstvergewisserung, der Erinnerung und der Verständigung. Oder, wie es der Titel des Wettbewerbs treffend formuliert: zu einer Brücke aus Worten.
Alle Interessierten finden mehr zu den Teilnahme- und Einsendebedingungen unter: www.deutsche-gesellschaft-ev.de/veranstaltungen/wettbewerbe/2083-essaywettbewerb-2026.html




