Gemälde von Reinhardt Schuster

Siebenbürgisches Künstler-Urgestein stellt im Teutsch-Haus in Hermannstadt aus

„Kreuz“ Gemälde von Reinhardt Schuster


Die Gemälde des 1936 in Brenndorf/Bod geborenen, 1983 nach Deutschland ausgewanderten siebenbürgischen Künstlers Reinhardt Schuster kann man vom 20. März bis zum 26. Mai im Begegnungs- und Kulturzentrum „Friedrich Teutsch“ in Hermannstadt/Sibiu bewundern. Die Vernissage der Ausstellung „Memento“ findet am 20. März um 12.00 Uhr im Terrassensaal des Teutsch-Hauses, Fleischergasse (str. Mitropoliei 30) statt. Die Einführung hält Dr. Irmgard Sedler, Vorsitzende des Siebenbürgischen Museums e.V. 

Gezeigt werden Werke aus den letzten vier Jahrzehnten, die an verschiedene Ereignisse in diesem Zeitraum erinnern – dies in einem ganz eigenen Stil: zweidimensional, ohne Perspektive. Denn „eine Fläche, und das ist jeder Bildträger, ob Wand, Holzplatte, Leinwand, Papierbogen usw., ist zweidimensional“, motivierte der inzwischen 89-Jährige 2021 in einem Interview mit Siegbert Bruss  in der Siebenbürgischen Zeitung.  Wenn man nun mit Hilfe der intuitiven, später wissenschaftlichen (oder mathematischen) Perspektive die Illusion einer Tiefe oder eines Raumes erwecke, so sei das „ein Widerspruch an sich“, so der Künstler. Reinhardt Schusters Leinwände „wollen  Zustandserscheinungen von Welt und Leben, gefiltert durch das Wesen des Malers sein“, präzisiert Irmgard Sedler.  Viele Bilder sind gesellschaftlich engagiert – Schuster weicht der Realität nicht aus, wenngleich die kämpferische Kunst nicht seine Sache sei. „Die Denkrichtung geht durchaus von der konkreten Situation aus, vom Erlebten und Erduldeten, vom Zeitgeist und Ungeist der Zeit“, informiert seine Webseite. „In der Gestaltung hingegen wird alles auf eine andere Ebene gehoben, in einen anderen Horizont verlagert. ‚In meinen Bildern ist nichts beliebig‘, sagt Reinhardt Schuster, und das setzt voraus, dass der Zufall in der Kunst nicht Methode sein kann.“

In der Ausstellung zu sehen sind u.a.: „Ecce Homo“, „Spanische Zeit“, „Das unheimliche Paar“, „Die traurige Sorcova“, „Sakral“ oder „Kreuz“. 

Was leider fehlt, ist das  beeindruckende Reliefbild „Siebenbürgische T-Raumstation“. Das Transportunternehmen könne die 2,65 Meter breite Konstruktion nicht nach Hermannstadt befördern, hieß es. Bewundern kann man sie nur auf der Webseite des Künstlers reinhardt-schuster.info. 

Seinen ersten Zeichenunterricht erhielt Schuster 1952 in Kronstadt bei Hans Mattis-Teutsch, besuchte dann von 1953-1957 das Kunstlyzeum und von 1958-1964 die Kunstakademie in Bukarest. Dort lebte und arbeitete der Künstler bis zu seiner Ausreise 1983 in die Bundesrepublik Deutschland. In Bukarest hatte Reinhardt Schuster bereits unterrichtet, unter anderem im Schillerhaus, in Düsseldorf leitete er von 1985 bis 2004 den Kurs Malerei am Lernort Studio. Er nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil und hatte Einzelausstellungen in Bukarest, Kronstadt, Hermannstadt, Temeswar, Düsseldorf, Berlin, Frankfurt a.M., München, Bonn, Rom, London, Tokio und Bern. Heute hat der Künstler seinen Wohnsitz in Bonn und ist weiterhin künstlerisch aktiv.

Bilder von Reinhardt Schuster befinden sich in staatlichem und privatem Besitz in Rumänien und in  Deutschland und in Privatbesitz in den USA, in Japan, Großbritannien, Österreich, Dänemark, Finnland, Luxemburg und in der Schweiz.

Das  Siebenbürgische  Museum e.V.  ist Partner der Ausstellung, die auch von der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf), dem Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien unterstützt wird.