Bukarest (ADZ) – In ihrer Erklärung haben die Teilnehmer an der Spitzenkonferenz auf Schloss Cotroceni zum ersten Mal das Konzept der NATO 3.0 in ein offizielles sicherheitspolitisches Dokument eingearbeitet. Hinter der von den USA geprägten Idee steckt eine stärkere Rolle Europas im Gefüge der nordatlantischen Allianz. Auf der Pressekonferenz nach dem Gipfel haben Präsident Nicușor Dan, sein polnischer Amtskollege Karol Nawrocki und NATO-Chef Mark Rutte klargestellt, dass die USA weiter in der Sicherheit Europas engagiert bleiben, aber dass die Europäer mehr Verantwortung in der konventionellen Verteidigung übernehmen. Präsident Nicușor Dan bestand nicht zuletzt in öffentlichen Auftritten auf höheren Verteidigungsausgaben. In der Abschlusserklärung heißt es, dass der weitere Ausbau der transatlantischen Verteidigungsindustrie – unter anderem durch erhöhte Produktionskapazitäten, widerstandsfähigere Lieferketten, effektive multinationale Beschaffung, nachhaltige Investitionen in Forschung und Innovation sowie die Nutzung von Erkenntnissen aus enger Zusammenarbeit mit der Ukraine – entscheidend sei.
Die gemeinsame Erklärung stellt Russland als „ bedeutendste, langfristige und direkteste Bedrohung für die Sicherheit der Alliierten“ dar; die NATO müsse sich daher auf die Kernaufgabe der kollektiven Verteidigung konzentrieren, unter anderem durch eine robuste Vorwärtsverteidigung. Im Kontext der russischen Vollinvasion in der Ukraine bekräftigten die Teilnehmer die Unterstützung für Kiew: Dies sei auch eine Investition in die eigene Sicherheit. Anerkennung fand auch der zunehmende Beitrag der Ukraine zur breiteren Sicherheit. Präsident Wolodymyr Selenskyj, der am Gipfel teilnahm, schrieb auf X, sein Land sei bereit, jenen zu helfen, die das ukrainische Volk unterstützten und ihm weiterhin in der Verteidigung beistehen.





