Temeswar (ADZ) – Die Temeswarer Stadtverwaltung hat den Auftrag für die umfassende Stadterneuerung des Trajansplatzes/Piata Traian an ein Konsortium unter Führung der österreichischen Baufirma Porr vergeben. Wie das Rathaus mitteilte, erhielt die Arbeitsgemeinschaft Porr Construct – Electroechipament Industrial nach einem wiederholten Vergabeverfahren und der Zurückweisung aller Einsprüche den Zuschlag für das Projekt. Der Auftragswert für die Ausführung der Arbeiten beläuft sich auf 109,5 Millionen Lei ohne Mehrwertsteuer, was rund 26 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer entspricht. Die Bauarbeiten sollen innerhalb von zwei Jahren nach Erteilung der offiziellen Baubeginn-Anordnung abgeschlossen werden.
Bürgermeister Dominic Fritz sprach von einem lange erwarteten Projekt für die westrumänische Großstadt. Nach einem „mühsamen bürokratischen Weg“ sei nun der entscheidende Schritt getan. Ziel sei es, das Gebiet rund um den Fabrikstädter Hauptplatz grundlegend aufzuwerten und ihm seine frühere Bedeutung zurückzugeben. Das Viertel verfüge über ein großes städtebauliches Potenzial und solle sich zu einem zweiten, lebendigen Zentrum der Stadt entwickeln, so Fritz.
Die Arbeiten werden in mehreren Etappen durchgeführt, um die Belastungen für Anwohner und lokale Unternehmen möglichst gering zu halten. Vorgesehen sind umfangreiche unterirdische Maßnahmen an den Straßenbahnlinien, der Straßen- und Gehweginfrastruktur sowie an den Grünflächen. In den kommenden Wochen will die Stadt den Vertrag unterzeichnen und gemeinsam mit dem Bauunternehmen die detaillierte Organisation der Baustellen festlegen.
Das Projekt umfasst eine Fläche von rund 60.000 Quadratmetern mit insgesamt 15 Straßen und vier Plätzen im Stadtteil Fabrikstadt. Neben dem Trajansplatz gehören unter anderem Teile des Boulevards des 3. August 1919, der Romanilor-Platz und der Petru-Rareș-Platz zum Sanierungsgebiet. Geplant sind teilweise Fußgängerzonen, verkehrsberuhigte Straßen, zusätzliche Parkmöglichkeiten sowie neue öffentliche Räume. Die Grünflächen sollen von derzeit etwa 6000 auf rund 9500 Quadratmeter erweitert werden. Die Gesamtkosten der Stadterneuerung waren ursprünglich auf rund 34 Millionen Euro geschätzt worden. Für das Projekt hat die Stadt mehr als 14 Millionen Euro an EU-Fördermitteln aus dem Regionalprogramm West 2021–2027 erhalten. Nicht förderfähige Kosten werden aus dem städtischen Haushalt sowie aus einem Kredit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gedeckt.
Dem Zuschlag war ein langwieriges Vergabeverfahren vorausgegangen. Eine erste Ausschreibung im Frühjahr 2025 wurde annulliert, eine zweite wurde von mehreren unterlegenen Bietern angefochten. Der Landesrat für Beschwerden im Zusammenhang mit Vergabeverfahren CNSC wies sämtliche Beschwerden im Dezember zurück und machte damit den Weg für die Auftragsvergabe frei.




