Großwardein plant Rekordhaushalt für 2026

Großwardein – Mit einem geplanten Haushalt von zunächst 3,3 Milliarden Lei (rund 650 Millionen Euro) setzt die Stadtverwaltung Großwardein/Oradea klare Prioritäten in den Bereichen Wachstum, Infrastruktur und Bildung. Noch im Laufe des Jahres könnte das Budget auf etwa 4 Milliarden Lei anwachsen – vorausgesetzt, weitere Förderverträge werden abgeschlossen.

Bürgermeister Florin Birta bezeichnet den Haushalt als „mehr als nur eine Ansammlung von Zahlen“ – vielmehr sei er Ausdruck der strategischen Ausrichtung der Stadt. Im Mittelpunkt stehen erneut Investitionen und die konsequente Nutzung europäischer Fördermittel, die Großwardeins Entwicklung in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt haben.

Mit geplanten Investitionen von rund 1,4 Milliarden Lei knüpft Großwardein an das Rekordjahr 2025 an. Ein Großteil dieser Mittel fließt in Projekte, die über den Nationalen Aufbau- und Resilienzplan (PNRR) finanziert werden. Insgesamt 38 solcher Projekte mit einem Volumen von etwa 165 Millionen Euro müssen bis Ende 2026 abgeschlossen werden – ein ambitionierter Zeitplan, der der Stadtverwaltung einiges abverlangt.

Besonders ins Gewicht fallen Großprojekte wie das neue Vlădeasa-Krankenhaus oder der Bau der Tompa-Mihály-Schule. Gleichzeitig wird deutlich: Der Druck ist hoch. Werden Fristen nicht eingehalten, drohen finanzielle Einbußen.

Ein zentrales Anliegen des neuen Haushalts ist die Bildung. Rund 30 Prozent der Investitionen sind für Schulen und Kindergärten vorgesehen. Geplant sind umfassende Renovierungen, Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie die Ausstattung von mehr als 35 Bildungseinrichtungen mit moderner IT-Technik.

Doch auch andere Bereiche profitieren: Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, die Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs – etwa durch neue Straßenbahnen und intelligente Ampelsysteme – sowie Investitionen in Grünflächen und Stadtentwicklung stehen ebenfalls auf der Agenda.

Trotz der ambitionierten Pläne steht der Haushalt unter schwierigen Vorzeichen. Steigende Inflation, hohe Zinsen und Wechselkursschwankungen belasten die Finanzplanung. Dennoch betont die Stadtverwaltung, dass die Sicherung der notwendigen Eigenmittel für EU-geförderte Projekte oberste Priorität habe.

Noch ist der Haushalt nicht beschlossen: Bis zum 24. April haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Vorschläge einzubringen. Eine öffentliche Debatte findet am 22. April im Rathaus statt. Die endgültige Abstimmung im Stadtrat ist für den 30. April vorgesehen.