Bukarest (ADZ) – Die Rechnung der PSD-Spitze ist nicht aufgegangen: Nach dem gemeinsam mit der rechtspopulistischen AUR verursachten Sturz der Restregierung unter Premierminister Ilie Bolojan (PNL) hatten die Sozialdemokraten nämlich gehofft, dass der ihnen nahestehende liberale Flügel um Parteivize Cătălin Predoiu und den Ilfover Kreisratschef Hubert Thuma gegen PNL-Chef Bolojan putscht und die Mehrheit der Liberalen zum Kniefall gegenüber der PSD bzw. zur Wiederbelebung der verblichenen Koalition drängen kann. Doch blieb der erhoffte Putsch gegen Bolojan aus – die erweiterte PNL-Führung stellte sich geschlossen hinter ihren Parteichef und beschloss mit breiter Mehrheit den Gang in die Opposition. Zu allem Unglück stärkte auch noch die USR Bolojan den Rücken, indem sie ihrerseits eine weitere Koalition mit der PSD ausschloss. Letztere hat zurzeit folglich die Wahl zwischen Pest und Cholera – nämlich zwischen einer Koalition mit der AUR zuzüglich ultrarechter Splitterfraktionen und einer Minderheitsregierung, die entweder von der PNL und USR oder vom rechtspopulistischen Lager geduldet werden müsste.
Entsprechend sind diese Tage sowohl PSD-Spitze als auch Präsident Nicușor Dan bemüht, auf Zeit zu spielen – offenkundig in der Hoffnung, dass die PNL-Führung doch noch auf den letzten Drücker klein beigibt, entweder infolge eines steigenden parteiinternen Drucks oder nach auswärtigen Ermahnungen, etwa seitens ihrer europäischen Familie EVP. So will das Staatsoberhaupt formelle Konsultationen mit den Fraktionen frühestens ab Mitte kommender Woche ansetzen – bis dahin müsse sich der Präsident nämlich dem am 13. Mai in Bukarest steigenden Gipfeltreffen der B9-Initiative widmen, dessen Gastgeber er immerhin sei, erfuhren die Medien aus Präsidialamtskreisen.





