Nach TISZA-Wahlsieg in Ungarn: Katerstimmung beim UDMR

Hunor Kelemen reist kommende Woche nach Budapest

Parlamentsgebäude in Budapest | Symbolfoto: pixabay.com / Leonhard Niederwimmer

Bukarest/Budapest (ADZ) – Der UDMR hat bei der jüngsten Parlamentswahl im benachbarten Ungarn aufs falsche Pferd gesetzt – entsprechend herrscht in seinen Reihen nach der Abwahl von Viktor Orbán, für den er massiv die Werbetrommel gerührt hatte, nun Katerstimmung. In einer ersten Reaktion auf den Wahlsieg Peter Magyars räumte UDMR-Chef Hunor Kelemen ein, dass seine Partei „keinerlei Beziehungen“ zum bisherigen Oppositionschef und dessen Partei TISZA unterhalten habe – de facto hatte sich die Orbán-hörige UDMR-Führung letztes Jahr sogar geweigert, Magyar während eines Siebenbürgen-Besuchs zu treffen. Letzterer sagte daher nach seinem Wahlsieg, die ungarische Minderheit in Rumänien sei „von der Propagandamaschinerie der FIDESZ mithilfe des UDMR in die Irre geführt“ worden. Aus seiner Sicht sei dies „unfair“ gewesen, weswegen er vorhabe, mit dem UDMR-Chef darüber zu sprechen – einschließlich um ihm zu versichern, dass er „nicht nachtragend“ sei, so Magyar. Wenig später teilte der künftige ungarische Regierungschef nach einem ersten Telefonat mit Hunor Kelemen sodann mit, diesen kommende Woche in Budapest zwecks Aussprache zu erwarten. Der langjährige frühere UDMR-Chef Bela Markó sagte seinerseits am Dienstag, die Parteispitze habe „schwer gefehlt“, als sie auf Neutralität verzichtet sowie beschlossen habe, im ungarischen Wahlkampf zugunsten einer politischen Partei mitzumischen.

Hunor Kelemen verlautete derweil, keinen Grund zu sehen, weswegen man sich „Asche aufs Haupt streuen“ sollte. Die FIDESZ-Politik, vor allem jene betreffend die Auslandsungarn, habe bei der hiesigen ungarischen Minderheit „großen Anklang“ gefunden – der UDMR habe folglich nichts anderes getan, als den Standpunkt der eigenen Community zu vertreten, so Kelemen.