Bukarest (ADZ) – PSD-Chef Sorin Grindeanu hat vor dem Hintergrund des von ihm angestoßenen internen Referendums über den Verbleib seiner Partei in einer Koalitionsregierung unter Premier Ilie Bolojan (PNL) und mit der Reformpartei USR als Koalitionspartner hervorgehoben, dass aus seiner Sicht „politische Stabilität einzig der Stabilität zuliebe überhaupt nichts nützt“, solange sie den Bürgern keinen Wohlstand bringe. Grindeanu nannte dabei Bulgarien als Beispiel, wo in den letzten vier Jahren schon achtmal vorgezogene Neuwahlen angesetzt worden sind – nichtsdestotrotz sei die Bonität des Nachbarlandes höher, auch habe Bulgarien die Euro-Einführung trotz aller politischer Instabilität geschafft, argumentierte der PSD-Chef am Rande eines Besuchs beim PSD-Verband Brăila.
Grindeanu erklärte, daher auch hierzulande vorgezogene Neuwahlen nicht ausschließen zu wollen, obwohl diese eingedenk der Verfassung deutlich schwerer anzustoßen seien. Der PSD-Chef teilte des Weiteren mit, im Kontext der auf den 20. April angesetzten internen Befragung über die Zukunft der Fünfer-Koalition vorläufig drei Szenarios durchzuspielen – entweder diese unverändert zu belassen, sie „umzugestalten“ oder den Gang der PSD in die Opposition zu beschließen. Auf das Szenario der „Koalitionsumgestaltung“ angesprochen, sagte der 52-Jährige, dass diese den Regierungschef sowie einen Koalitionspartner (die USR – Anm. d. Red.) visieren würde, zumal die Beziehungen zwischen der PSD und der Reformpartei seit deren Gründung vor einem Jahrzehnt „keineswegs freundschaftlich“ gewesen seien. Der PSD-Chef beklagte zudem, dass die Vorschläge seiner Partei auf Koalitionsebene stets ignoriert worden seien, obwohl sie die größten Fraktionen im Parlament stelle.





