Parkplatz oder Naturschutzgebiet?

Immer mehr Autos auf der Zinne

Der Ausblick von der Zinne an einem Februar-Abend | Foto: Elise Wilk

Eine automatische Schranke mit Video-Kennzeichenerkennungssystem wird in Zukunft anmontiert.

In letzter Zeit war der Forstweg, der auf die Zinne führt, stark befahren Fotos: Bună Ziua Brașov

Tausende von Fotos im Internet zeugen davon: vom Gipfel der Zinne hat man einen grandiosen Blick auf Kronstadt. Am schönsten ist es, wenn die Dunkelheit einbricht und unten in der Stadt die Lichter angehen. Seit fast einem halben Jahr können auch Kronstädter und Touristen von diesem schönen Anblick profitieren. Seit Ende Oktober 2025 fährt, nach einem Jahr Pause, die neue Seilbahn wieder auf die Zinne und das Restaurant Panoramic wurde nach fast 20 Jahren wieder eröffnet, wobei die Seilbahn ihre Betriebszeiten verlängert und an die Öffnungszeiten des Restaurants angepasst hat. Ebenfalls wurde in der Nähe der Seilbahnstation auf der Zinne ein Picknickplatz eingerichtet. Doch leider gibt es auch Schattenseiten: die laute Musik, die aus den Lautsprechern auf der Terrasse des Restaurants dröhnt, die vielen Plastikflaschen und Zigarettenstummel, die auf dem Weg zur Aussichtsplattform auf dem Boden liegen und, seit einiger Zeit, auch die Autos und Geländewagen, die bis auf die Zinne fahren, um das Restaurant zu beliefern. Während die Kronstädter und Touristen zu Fuß oder mit der Seilbahn auf den Kronstädter Hausberg steigen, um die Ruhe des Naturschutzgebiets zu genießen, fahren diese Fahrzeuge ungehindert umher, unter den nachsichtigen Blicken der Behörden, die die Schranke „bewachen“.

Die Betreiber des Restaurants und der Seilbahn tun und lassen, was sie wollen 

Der Forstweg, der 2024 saniert worden war, damit man auf die Baustelle des Restaurants gelangen konnte, wurde auch in den Monaten nach der Eröffnung stark befahren, so dass auf der Zinne ein regelrechter „Parkplatz“ entstand. Und das, obwohl die Zinne ein Naturschutzgebiet ist, in dem der Zugang mit dem Auto verboten ist, mit Ausnahme von Einsatzfahrzeugen. Es gibt eine Schranke mit einem Zugangsschlüssel, über den die Stadtverwaltung von Kronstadt, sowie Polizei, Feuerwehr und Gendarmerie verfügen. Die Verordnung für das Schutzgebiet, die durch einen Erlass des Umweltministers aus dem Jahr 2016 genehmigt wurde, besagt in Artikel 19, dass Wirtschaftsunternehmen hier nur auf der Grundlage einer Vereinbarung mit der Schutzgebietsverwaltung und dem Forstverwalter mit Fahrzeugen fahren dürfen. Damit Fahrzeuge des Unternehmens Ana Hotels, das Restaurant und Seilbahn verwaltet, zugelassen werden, ist also theoretisch eine Genehmigung der Kronstädter Forstregie erforderlich. Dennoch erhielten die Vertreter des Unternehmens während der Sanierung von der Stadtverwaltung den Zugangsschlüssel und behielten ihn auch nach Abschluss der Arbeiten, obwohl sie rechtlich nicht dazu berechtigt sind. Claudiu Loghin, ein Journalist der Kronstädter Lokalpresse, hat zu diesem Thema Ende letzter Woche einen Bericht erstellt, aber der Geschäftsmann George Copos, Geschäftsführer von Ana Hotels und Ana Teleferic, hat ihn gebeten, diesen nicht zu veröffentlichen. Der Unternehmer meinte, laut Aussagen des Journalisten, dass er 20 Millionen Euro in die Sanierung des Forstwegs, der Seilbahn und des Restaurants investiert hat. Und dass das Restaurant, in das so viel Geld investiert wurde, ohne motorisierten Zugang über diesen Forstweg nicht betrieben werden kann. Denn sowohl manche Waren, die im Restaurant gebraucht werden, als auch der Müll, können nicht mit der Seilbahn transportiert werden. Der motorisierte Zugang würde aufgrund einer Vereinbarung mit der Stadtverwaltung erfolgen. 

Schadstoffe und Lärm statt frische Luft und Ruhe 

Die Zinne ist seit dem Jahr 1962 ein Naturschutzgebiet. 1968 wurde hier ein Forstweg gebaut, um Baumaterial für die Berg-station der Seilbahn und das Restaurant hinaufzutransportieren. Seit dem Jahr 2000 gehört die Zinne zum nationalen Naturerbe. In diesem riesigen grünen Park, der sich auf 206 Hektar erstreckt, leben mehr als 100 Vogelarten, fast 1000 Schmetterlingsarten, Eichhörnchen, Rehe, Bären und sogar Luchse. Die Tiere sollten theoretisch von Lärm und Schadstoffen geschützt werden. Von hier geht ein schöner Wanderweg über den Zinnensattel bis in die Schulerau. Es ist ein Ort, an dem vielen Menschen joggen, wandern oder Mountainbike fahren. Oder einfach mit der Seilbahn hinauffahren, um frische Luft zu atmen, die Landschaft zu genießen und sich zu entspannen. Ist das jedoch möglich, wenn dauernd Geländewagen vorbeifahren? 

Die Stadtverwaltung reagiert schnell 

Die Kronstädter Stadtverwaltung hat Anfang dieser Woche bekannt gegeben, dass die Stadt derzeit auf der Zinne eine Reihe von Arbeiten parallel zum Frühjahrsputz durchführt. So werden in der nächsten Zeitspanne Videoüberwachungskameras auf der Zinne installiert. Damit soll unangemessenes Verhalten von Wanderern identifiziert und künftigem Vandalismus vorgebeugt werden. Immer wieder kommt es vor, dass die Buchstaben „BRAȘOV“ auf Kronstadts Hausberg bemalt oder bekritzelt werden. Zudem wird entlang der Strecke zwischen der Seilbahn, dem Panoramic-Restaurant und den Buchstaben Müll hinterlassen, und auch die dort aufgestellten Bänke werden beschädigt. Die Kameras sollen entlang der gesamten Strecke angebracht werden. Zusätzlich werden weitere Straßenlampen installiert. Außerdem ist eine Reinigung der Gegend vorgesehen, die von den für den Berg Verantwortlichen sowie von Freiwilligen durchgeführt wird. Derzeit werden auch beschädigte Bänke und Geländer sowie die Aussichtsplattform repariert. Im Rahmen dieses Programms hat Bürgermeister George Scripcaru die Installation eines Zugangskontrollsystems für Fahrzeuge angeordnet, die die Zinne befahren. So haben am Zugang von der Molidului-Straße (aus dem Ragado-Viertel) die Vorbereitungen für die Infrastruktur begonnen, die für die Montage einer automatischen Schranke mit einem Video-Kennzeichenerkennungssystem erforderlich ist. „Auf diese Weise wird nur Fahrzeugen Zufahrt gewährt, die dazu berechtigt sind, und die Zugangskontrolle wird rund um die Uhr überwacht und aufgezeichnet“, erklärte der Bürgermeister George Scripcaru. Gleichzeitig hat die Stadtverwaltung das Unternehmen Ana Teleferic aufgefordert, dass die Anlieferung von Produkten, die nicht mit der Seilbahn transportiert werden können, sowie die Müllabfuhr nach einem Zeitplan erfolgen sollten, der die Touristen nicht stört, und zwar nur unter der Woche- in den frühen Morgenstunden und nachmittags nach 17 Uhr.

Ob diese Maßnahmen wirklich eingehalten werden, ist in der nächsten Zeit zu sehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zinne im kommenden Sommer zu dem wird, was sie sein sollte – ein schönes Ausflugsziel mit Blick auf die Stadt, ohne Lärm, lauter Musik, Auto-Abgase und Müll.