Hermannstadt – „Geografisch überhaupt nicht gerecht verteilt“, bemängelte Montagmorgen, am 2. März, auf Facebook eine private Person den neuesten Eintrag der „Ambulanța pentru Monumente“. Abends zuvor hatte die NGO unter der Ägide von Architekt Eugen Vaida den Zeitplan ihrer Einsätze an 17 Kulturgütern im gesamten Land veröffentlicht und die Möglichkeit zu Bewerbungen bis Ende März freigeschaltet. Und dass rechnerisch fast die Hälfte sämtlicher Vorhaben von Mitte April bis Ende September erneut Siebenbürgen gilt, lässt sich Kritikern gegenüber nicht von der Hand weisen. Fakt jedoch ist, dass die zu Beginn des 17. Jahrhunderts von General Ali Gazi Pascha georderte Moschee in Babadag bereits am zweiten Tag des aktuellen Monats von Freiwilligen-Anwärtern ausgebucht war, und nicht wie erwartet historische Schulgebäude, adelige Landsitze oder alte Kirchen in den übrigen Regionen Rumäniens dem Rennen um die kostenlosen Plätze der „Ambulanța pentru Monumente“ für freiwilliges Arbeiten die erste Verkürzung der noch freien Optionen brachten. Dem seit zehn Jahren durch die Lande eilenden Team des „Rettungswagens“ vom Verein „Monumentum“ kann man es denn auch nicht verdenken, dass es gerade den siebenbürgisch-sächsisch befestigten Kirchen in Radeln/Roadeș und Wermesch/Vermeș die Treue hält. Aber auch katholischen und orthodoxen Stätten wird in den kommenden sechs Monaten längst überfällige Sicherung zuteil, und im weltlichen Bereich geht es quantitativ an einem Drittel der Zielorte für das warme Halbjahr zur Sache: zwei Baustellen der Gesamtdauer dreier Wochen im September stehen der „Ambulanța pentru Monumente“ an Stationen der Schmalspurbahn durch das Harbachtal/Mocănița Văii Hărtibaciului bevor, und ganze vier Wochen dauern wird eine Generalüberholung der Anbauten mit Dach rings um die Ruine des Uszoda-Freibads am Temeswarer Anton-Scudier-Stadtpark; urbane Könner der freien Szene und ihr Publikum dürfen sich hiervon eine Aufwertung der Kulisse für Kinoabende, Debatten, Konzerte unter freiem Himmel, Sportliches und Graffiti versprechen. Ebenso einen vollen Monat veranschlagen Eugen Vaida und seine Mitarbeiter für die unsachgemäß überdachte Holzbrücke von Gura Râului im Kreis Hermannstadt/Sibiu, die früher den Zugang der Einheimischen zu ihrer Dorfmühle ermöglichte.
Die Auflistung der Rettungs- und rehabilitierenden Interventionen findet sich einfach online unter dem Link inscrieri.ambulanta-pentru-monumente.ro. Bleibt der „Ambulanța pentru Monumente“ für die ersten vier Wochen nach dem orthodoxen Osterfest nur noch gutes Wetter zu wünschen: ihre Saison ruft zunächst auf den Dachboden des vormaligen katholischen Ursulinen-Klosters in Hermannstadt, bis 2010 Standort des Pädagogischen Gymnasiums zur Ausbildung für das Lehramt im Kindergarten und der Grundschule. „Nicht nur Blumen“ bringe der Frühling, sondern auch „Gerüste, Ziegel, Holz und ein weiteres Jahr, in dem wir demonstrieren, dass Rettung von Kulturerbe gemeinsam geschieht“, so der Wunsch der „Ambulanța pentru Monumente“. Wer es dennoch nicht zu einem ihrer Eingriffe schafft, kann stattdessen andere Unterstützung leisten: allein schon nur durch Senden der Textnachricht „Patrimoniu“ an die 8864, was dem Verein monatlich vier Euro beisteuert. Noch nicht bis in finale Details geklärt ist bis auf Weiteres lediglich, welches Kulturgut der westlichen Oltenia im August oder September den Eifer von Profis und Freiwilligen zu spüren bekommt.





