Bukarest (ADZ) – Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) will nach eigenen Angaben noch diese Tage bzw. gleich nach seiner Rückkehr aus Brüssel einen neuen Bildungsminister nominieren. Nach dem Rücktritt von Amtsinhaber Daniel David hatte der Premier das Amt bekanntlich selbst kommissarisch übernommen, doch läuft die für Interimsperioden gesetzlich vorgesehene Frist Freitagmitternacht ab – Bolojan ist folglich gezwungen, bis dahin eine Nominierung vorzunehmen.
Grund für die bisher ausgebliebene Ernennung scheint vor allem die Weigerung etlicher liberaler Rektoren zu sein, das Amt in Sparzeiten anzutreten. So galt der Rektor der West-Universität Temeswar und liberale Abgeordnete Marilen Pirtea lange Zeit als Favorit für das Amt, doch scheint Pirtea abgewunken zu haben, da seine Nominierung letztlich ausblieb. Zeitweilig war auch Luciana Antoci, Beraterin des Premiers in Bildungsfragen, als Ressortministerin im Gespräch – doch kam es auch in ihrem Fall zu keiner Nominierung. Laut Koalitionsvertrag steht das Amt des Bildungsministers der PNL zu, mangels Anwärtern aus den eigenen Reihen dürfte dem Regierungs- und PNL-Chef allerdings nichts anderes übrig bleiben, als einen Außenseiter damit zu betrauen: Der Gerüchteküche zufolge zieht Bolojan mittlerweile in Betracht, den der PSD nahestehenden Rektor der Universität Suceava, Mihai Dimian, zum Bildungsminister zu ernennen.
Die am Mittwoch vor dem Präsidialsitz demonstrierenden Gewerkschafter aus dem Lehrwesen, die nach wie vor Sturm gegen die Sparmaßnahmen der Regierung laufen und mittlerweile mit Streik just während der diesjährigen Abitur-Periode drohen, ließen es sich jedenfalls nicht nehmen u. a. auch zu beanstanden, dass sie „seit Wochen keinen Ressortminister als Ansprechpartner“ haben.





