Bukarest (ADZ) – Interims-Regierungschef Ilie Bolojan (PNL) zufolge steht die PSD nach der von ihr gemeinsam mit ultrarechten AUR ausgelösten politischen Krise in der Pflicht zu regieren – PSD-Spitze und vor allem Parteichef Sorin Grindeanu täten gut daran, sich nicht länger zu drücken, sondern endlich Verantwortung für die losgetretene Krise zu übernehmen und mit Lösungen aufzuwarten, sagte Bolojan im Gespräch mit dem TV-Sender Antena 1.
Bezüglich des Beschlusses der PNL-Führung, in die Opposition zu gehen, hob Bolojan hervor, dass es mittlerweile eine de facto-Mehrheit bestehend aus PSD und AUR gebe. Von daher habe die PSD zurzeit „zwei Optionen“ – entweder mit einer neuen Koalition aufzuwarten oder offen einzuräumen, dass sie keine Lösung parat habe und entsprechend das Feld anderen überlasse. In diesem Fall wäre die PNL bereit, mit einer Minderheitsregierung weiterzumachen, erklärte der Interims-Premier.
Auch der langjährige Klausenburger Bürgermeister und frühere Regierungschef Emil Boc (PNL) betonte im Gespräch mit dem Nachrichtensender Digi24, dass der Bruch seiner Partei mit der PSD ein endgültiger ist – was letztlich „gesund und gut für beide Parteien“ sei, da man viel zu lange koaliert habe und die Wähler sich deswegen letztlich in extremistische Alternativen geflüchtet hätten. Boc stellte klar, dass ein Umdenken der Liberalen in puncto Gang in die Opposition ausgeschlossen sei, die erweiterte PNL-Führung habe den Beschluss immerhin „fast einstimmig“ gefasst – und zwar nicht bloß ihrem Parteichef zuliebe, sondern vor allem eingedenk der Würde der eigenen Partei. Ab sofort stehe die PSD „politisch und moralisch“ in der Pflicht, eine neue Regierung aufzustellen – man wünsche ihr „viel Erfolg“ dabei, fügte Boc trocken hinzu.





