Bukarest (ADZ) – Angesichts der zunehmenden Kritik aus den eigenen liberalen Reihen, vornehmlich der Reformgegner um den Ilfover Kreisratsvorsitzenden Hubert Thuma, sowohl an seinem Führungsstil als auch an seinen Reformen überlegt Regierungs- und PNL-Chef Ilie Bolojan mittlerweile, es in seiner Partei zu einer Vertrauensabstimmung kommen zu lassen, um zu eruieren, ob er noch Rückhalt in der PNL hat. Er habe bis dato bereits zweimal getestet, ob die Partei noch hinter ihm stehe, und habe kein Problem damit, dies ein drittes Mal zu tun, sagte Bolojan dem Nachrichtenportal G4Media am Wochenende.
Auf Koalitionsebene schloss Bolojan ein Vertrauensvotum indes aus – der Rückhalt einer Regierung werde im Parlament getestet. Auf die Dauerattacken der PSD angesprochen betonte der Premier, dass diese stets außerhalb der Koalition erfolgen – es sei recht verstörend zu sehen, dass Koalitionssitzungen „normal“ über die Bühne gingen und man eine Reihe von Maßnahmen ohne Gegenwind beschließen könne und dann „nach zwei-drei Tagen“ urplötzlich unter Beschuss gerate und die PSD sich wie eine Oppositionspartei aufführe. Der Regierungschef stellte klar, dass sein Kabinett unter diesen Bedingungen weder Vertrauen in die Zukunft noch Vorhersehbarkeit projizieren könne und entsprechend Rumäniens internationale Partner in puncto politischer Stabilität des Landes verunsichert seien: Solange die Koalitionsregierung wirke, als ob sie „morgen platzen“ könnte, seien besorgte Investoren und höhere Risikoprämien für das Land eine direkte, unvermeidbare Konsequenz. Er selbst plädiere daher nach wie vor für „ein Minimum an Verantwortungssinn und politischer Solidarität“, damit Rumänien endlich mehr Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen könne, so der Premier.





