D-Day: Misstrauensabstimmung auf Dienstag angesetzt

PSD und AUR verfolgen unterschiedliche Ziele

Am Sonntag haben in Großwardein/Oradea (im Bild) sowie in Bukarest Unterstützungsdemonstrationen für Premierminister Ilie Bolojan (PNL) und die Regierung stattgefunden. Während sich in der Hauptstadt nur einige hundert Personen einfanden, waren es in der Heimatregion Bolojans laut Veranstaltern und Lokalpresse rund 4000 – davor hatte auch der Bürgermeister Großwardeins, Florin Birta (PNL), zur Teilnahme aufgerufen. | Foto: Eugenia Pasca / Agerpres Foto

Bukarest (ADZ) – Das Parlamentspräsidium hat die Misstrauensabstimmung, die über das Schicksal der Restregierung unter Premierminister Ilie Bolojan (PNL) entscheiden soll, auf Dienstag, den 5. Mai, angesetzt, nachdem die PSD davor gemeinsam mit der ultrarechten Opposition ihren Misstrauensantrag gegen sie eingebracht hatte. Der Antrag weist die Unterschriften von mehr 250 Parlamentariern auf – weit mehr als die für den Sturz des Kabinetts Bolojan nötigen 233 Stimmen.

Dessen Schicksal ist indes keineswegs bereits besiegelt: Zwar hat der Misstrauensantrag deutlich bessere Aussichten, verabschiedet zu werden denn zu scheitern, doch ist die PNL seit Tagen bemüht, durch Einzelverhandlungen zu versuchen, je mehr unterzeichnende Parlamentarier zum Umdenken zu bewegen. Der Vorstoß der Liberalen scheint nicht vergeblich gewesen zu sein: So kündigten die früheren POT-Parlamentarier, die sich jüngst im Unterhaus zu einer neuen Fraktion namens „Geeint für Rumänien“ zusammengeschlossen haben, bereits an, den Misstrauensantrag doch nicht mittragen zu wollen, da seine Urheber keine klare Lösung bzw. Regierungsformel für „die Zeit danach“ angeführt hätten.

Tatsächlich ist zurzeit völlig unklar, was nach dem Sturz des Kabinetts Bolojan kommen soll: Während die rechtspopulistische AUR entweder vorgezogene Neuwahlen oder den prorussischen Rechtsextremisten Călin Georgescu als neuen Regierungschef haben will, setzt die PSD auf den Fortbestand der verblichenen Fünfer-Koalition und wünscht entsprechend entweder einen liberalen oder technokratischen Premier. Notfalls könne auch er selbst mit der Regierungsbildung beauftragt werden, sagte PSD-Chef Sorin Grindeanu jüngst. In seiner Partei werden derweil immer mehr Stimmen laut, die eine Koalition mit der AUR fordern.