Deutschland und Rumänien: Mehr Kooperation auch bei Sicherheit

„Solide Basis“ und Schnittmengen, um in der EU enger aneinander zu rücken

Premierminister Ilie Bolojan, der sich zwei Tage auf einem offiziellen Besuch in Deutschland aufhielt, hat sich am Mittwoch mit Bundeskanzler Friedrich Merz getroffen. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz erklärte er, man habe auch über die Steigerung von strategischen Investitionen in Bereichen wie Energie, Industrie und Verteidigung gesprochen. Deutschland ist Rumäniens wichtigster Wirtschaftspartner, deutsche Investitionen in Rumänien beliefen sich auf über 18,5 Milliarden Euro, erinnerte Bolojan. | Foto: Regierung

Berlin/Bukarest (ADZ) – Bundeskanzler Friedrich Merz und Premierminister Ilie Bolojan haben bei gemeinsamen Presseerklärungen in Berlin ihre enge Abstimmung bei zentralen europäischen Fragen hervorgehoben. Beide Länder unterstützten die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg, sagte Merz. Ziel sei ein Ende der Kämpfe und eine Rückkehr Russlands an den Verhandlungstisch. Merz sprach von einer neuen Phase der Großmachtpolitik, in der Freiheit, Sicherheit und Wohlstand nicht mehr selbstverständlich seien. Rumänien spüre dies besonders deutlich und leiste zugleich einen wichtigen Beitrag zur europäischen Sicherheit. Er verwies auf die Rolle Rumäniens bei der Energieversorgung der Ukraine sowie Europas und dankte Bukarest ausdrücklich für dieses Engagement. Deutschland und Rumänien reagierten zudem geschlossen auf hybride Bedrohungen aus Russland. Zum vierten Mal beteiligten sich deutsche Kampfflugzeuge an der Überwachung des rumänischen Luftraums.

Beide Seiten betonten die Notwendigkeit eines stärkeren europäischen Handelns, sagte Merz und verlangte weniger Bürokratie und einen widerstandsfähigeren Binnenmarkt. Er begrüßte die Unterstützung Rumäniens für das Mercosur-Abkommen. Das strategische Partnerschaftsverhältnis mit Deutschland ermögliche effizientere Entscheidungen, betonte Ilie Bolojan. Die Regierungschefs vereinbarten, Investitionen in strategischen Bereichen wie Energie, Industrie und Verteidigung auszubauen, auch mithilfe europäischer Instrumente wie des SAFE-Programms. 

Bolojan bekräftigte zudem Rumäniens Ziel, den Beitritt zur OECD noch in diesem Jahr abzuschließen und dankte Deutschland für die anhaltende Unterstützung. Er würdigte zugleich die Rolle der rumänischen Gemeinschaft in Deutschland sowie der deutschen Minderheiten in Rumänien.