Bukarest (ADZ) – Der Leiter der Antikorruptionsbehörde DNA, Marius Voineag, sieht in der anhaltenden Instabilität der Gesetzgebung die größte Gefahr für die Arbeit der Staatsanwälte. Weil das Parlament nach Urteilen des Verfassungsgerichts nicht rasch reagiert habe, seien hunderte Korruptionsverfahren verjährt. 2025 stellten Gerichte in 64 Fällen das Verfahren wegen Verjährung ein. Jeder dieser Fälle bedeute verlorene Arbeit und schwindendes Vertrauen, sagte Voineag. Bei der Bilanz seiner dreijährigen Amtszeit sprach Voineag von einer Zusammenarbeit mit staatlichen Kontrollbehörden „unter den Erwartungen“. Es gebe zu wenige Hinweise und nur begrenzte operative Unterstützung. Korruptionsbekämpfung brauche ein funktionierendes institutionelles Umfeld.
Zugleich kritisierte er die starke Politisierung der Justizdebatte. Statt über die Funktionsweise der Justiz als öffentliche Dienstleistung zu sprechen, dominierten symbolische Konflikte. Das gefährde das ohnehin geringe Vertrauen in staatliche Institutionen. Voineag lobte gesunkene Freispruchquoten von 27 auf 9,59 Prozent und weniger Rückgaben von Anklagen durch Gerichte. Die Behörde habe deutlich mehr Personal eingestellt und 2025 insgesamt 2599 neue Verfahren registriert. 792 Personen kamen vor Gericht, darunter 247 in Führungs- oder öffentlichen Ämtern.
Der 43-Jährige bewirbt sich nicht für eine zweite Amtszeit an der Spitze der DNA, ist jedoch einziger Kandidat für den Posten des stellvertretenden Generalstaatsanwalts.





