DNA ermittelt gegen Negoiță: Kommunalpolitiker unter Amtsverbot

Bukarest (ADZ) – Der Bürgermeister des dritten Hauptstadtbezirks, Robert Negoiță, ist am Donnerstagabend mehrere Stunden lang beim Sitz der Antikorruptionsbehörde DNA zu Korruptionsvorwürfen vernommen worden. Insgesamt elf Durchsuchungen in Bukarest und im Kreis Ilfov wurden durchgeführt, darunter im Bezirksrathaus und der Privatwohnung des Bürgermeisters. Nach Angaben aus Justizkreisen wurde Negoiță unter Aufsicht gestellt und die Staatsanwälte ordneten eine Kaution in Höhe von 800.000 Lei an. Zudem darf er sein Amt vorerst nicht ausüben. 

Die DNA ermittelt wegen Verdachts auf mutmaßliche Amtsmissbrauchsdelikte im Zeitraum 2017 bis 2025.  Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Straßenbau- und Asphaltierungsarbeiten, die laut Staatsanwaltschaft ohne die erforderlichen Genehmigungen durchgeführt worden sein sollen. Konkret geht es um den Bau eines Zugangswegs hinter der Industriehalle Laminor, der offenbar über ein Grundstück im Besitz von Negoițăs Bruder Ionuț führt. Der Weg soll die Zufahrt zu einem privaten Wohnprojekt des Immobilienentwicklers erleichtert haben. Über die Affäre hatte auch das Journalismusportal Recorder berichtet.  Robert Negoiță bestreitet die Vorwürfe. Gegen den Kommunalpolitiker, der bis zur Wahl zum Bürgermeister des dritten Bezirks Abgeordneter der PSD war, liefen in den letzten 15 Jahren auch mehrere andere Strafverfahren, darunter zu Korruption und Mehrwertsteuerbetrug. In drei davon wurde Anklage gegen ihn erhoben, einige der mutmaßlichen Straftaten sind inzwischen verjährt.