Endlosspannungen: Die Koalition kracht in allen Fugen

Die meisten Koalitionsparteien haben zudem auch interne Probleme

Bukarest (ADZ) – Die Koalition sitzt auf einem Pulverfass – Politikbeobachter sprechen mittlerweile von ihrem bisher „kritischsten Moment“, nachdem die Verwaltungsreform nach wie vor von der PSD blockiert wird, der Haushaltsentwurf 2026 vor sich hindümpelt und PSD-Chef Sorin Grindeanu Premier Ilie Bolojan (PNL) jüngst unumwunden wissen ließ, keinerlei weitere Sparmaßnahmen mehr absegnen zu wollen. Neben den Dauerspannungen auf Koalitionsebene haben die meisten der vier Koalitionsparteien auch noch mit internen Querelen zu kämpfen, sodass sich zunehmend die Frage stellt, was für das Land unter diesen Umständen besser wäre – ein baldiges Koalitionsaus oder fortwährender Zoff zwischen den Koalitionspartnern?! Dies sei keine von vier politischen Parteien gestellte Regierung mehr, vielmehr habe man es mit vier Krisenherden zu tun, so das Fazit vieler Politbeobachter.

In der PNL tragen der Großwardeiner und der Ilfover Flügel, sprich die Gruppierungen um Regierungschef Bolojan bzw. den PSD-nahen Ilfover Kreisratsvorsitzenden Hubert Thuma zurzeit einen offenen Machtkampf aus, wobei Bolojan vorläufig die Oberhand behält. In der PSD geht es vergleichsweise zwar etwas ruhiger zu, da Parteichef Grindeanu noch keinen internen Widersacher hat und die PSD allgemein als diszipliniert gilt, allerdings hat die Partei ein Strategie-Dilemma – nämlich wie sich gegen Austerität stemmen, ohne die eigene Regierung zu sprengen.

Nicht einmal die Reformpartei USR ist laut Analysten ein stabilisierender Faktor. Die Partei wirke zurzeit recht inkohärent, da sie de facto nicht von Parteichef Dominic Fritz von Temeswar aus, sondern vielmehr vom einflussreichen USR-Politiker und Ex-Minister Cristian Ghinea von Bukarest aus geführt werde, so deren Fazit.