Bukarest (ADZ) – Die am Montag auf Schloss Cotroceni gestiegenen formalen Konsultationen des Staatsoberhauptes mit den Fraktionen haben wenig bis nichts gebracht – unter den ehemaligen Koalitionspartnern sind die Fronten verhärtet, eine Mehrheit, die Präsident Nicușor Dan zur Voraussetzung für die Vergabe des Regierungsauftrags macht, ist nicht in Sicht.
So teilte PSD-Chef Sorin Grindeanu nach dem Gespräch mit dem Staatschef mit, dass seine Partei eine Wiederbelebung der verblichenen Koalition wünsche, allerdings ohne PNL-Chef Ilie Bolojan als Premierminister, und eine Koalition mit der ultrarechten AUR ausschließe. Fast zeitgleich sagte die Powerfrau der PSD, Lia Olguța Vasilescu, dem Nachrichtensender Antena 3, dass die PSD sich nicht vor der Regierungsverantwortung drücke und bereit sei, eine Minderheitsregierung aufzustellen.
Seitens der PNL verlautete Parteichef Ilie Bolojan nach dem Austausch mit Präsident Dan, dass die Liberalen zu ihrem Beschluss stehen, nach dem Sturz der Koalitionsregierung keine weitere Koalition mit der PSD einzugehen; auch sei man nicht gewillt, eine Minderheitsregierung um sie zu dulden. Sollte die PSD regieren, werde die PNL den Gang in die Opposition antreten, so Bolojan.
USR-Chef Dominic Fritz erklärte seinerseits, dass die Reformpartei keine neue Koalition mit der PSD eingehen wird und auch nicht bereit ist, eine Technokraten-Regierung als „Deckmantel“ für die PSD zu dulden.
Der Chef der ultrarechten AUR, George Simion, verlautete indes, den Regierungsauftrag für seine Partei beansprucht zu haben – die AUR sei bereit, die Regierungsverantwortung zu übernehmen und „das Land aus der Krise zu führen“. Sollte es keine Mehrheit dafür geben, spreche man sich für vorgezogene Neuwahlen aus, so Simion.





