Brüssel (ADZ/dpa) – Die EU sucht den Schulterschluss im transatlantischen Ringen um Grönland: EU-Ratspräsident António Costa hat für Donnerstagabend einen Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs einberufen, um über eine gemeinsame Antwort zu beraten. Etliche europäische Spitzenpolitiker hatten sich davor bereits für scharfe wirtschaftspolitische Vergeltungsmaßnahmen ausgesprochen, während andere, darunter auch Rumäniens Staatspräsident Nicușor Dan, lieber auf Deeskalation setzen wollen. Man müsse den „direkten Dialog“ suchen – „und zwar auf allen diplomatischen Ebenen“, hatte Dan auf der Social Media-Plattform X gefordert. Auch die EU-Kommission signalisierte Dialogbereitschaft: Prioritär sei, den Dialog zu suchen, nicht weiter zu eskalieren, und die Verhängung von Zöllen zu vermeiden, sagte ein Sprecher in Brüssel.
Nachdem mehrere europäische Staaten Truppen auf Grönland entsendet hatten, kündigte US-Präsident Donald Trump in letzten Tagen Strafzölle gegen diese an, sollte Dänemark nicht einem Verkauf seiner Arktis-Insel an die USA zustimmen. Die Drohungen zogen scharfe Reaktionen der europäischen Staaten nach sich. Medienberichten zufolge zieht die EU deswegen einen handelspolitischen Gegenschlag in Betracht – u. a. die sogenannte „Handels-Bazooka“, ein Instrument zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung. Auf Trumps Erpressungsversuch hatten die Staats- und Regierungschefs der acht betroffenen Länder mit einer gemeinsamen Erklärung reagiert: „Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation“, hieß es in der Stellungnahme Deutschlands, Dänemarks, Finnlands, Frankreichs, der Niederlande, Norwegens, Schwedens und Großbritanniens – man sei entschlossen, die eigene Souveränität zu wahren.





