Interims-Premier Bolojan: „Stehen zu den europäischen Werten“

Staatspräsident Dan übt indes just am Europatag Kritik an der EU

Mehrere hundert Personen, darunter Außenministerin Oana Țoiu (USR) und Investitions- und Arbeitsminister Dragoș Pîslaru (REPER), haben am Samstag an einer Demonstration für die Europäische Union teilgenommen. Der Marsch verlief vom Universitätsplatz zum Victoriei-Platz im Bukarester Stadtzentrum unter der Parole „Ein einziger Weg: Europa“. Die Veranstalter, der Verein MEA (Mediu-Educație-Activism; Umwelt-Erziehung-Aktivismus), gaben an, es sei eine Kundgebung für Demokratie und den Rechtsstaat gewesen. | Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) – Interims-Premierminister Ilie Bolojan (PNL) hat anlässlich des Europatages Rumäniens Bekenntnis zu den europäischen Werten bekräftigt und betont, dass unser Land dank der EU nicht länger isoliert sei und die Chance habe, eine sichere und wohlhabende Zukunft aufzubauen. Die Bürger selbst würden eine Gemeinschaft basierend auf „Regeln, Arbeit und Freiheiten“ einem „System, das auf Privilegien, Hörigkeit und Ungleichheit aufbaut“, vorziehen. Doch habe hierzulande ein „im Kommunismus verwurzelter Mechanismus“ überlebt, der weiter Seilschaften vor Kompetenz und die Ressourcen des Landes in den Dienst von Einflusskreisen, nicht der Bürger stelle. Dieses System schlage heute zurück, da es seine Privilegien und Machtpole durch Reformen gefährdet sehe. Doch müsse Demokratie nun einmal „nicht gelegentlich, sondern täglich verteidigt“ werden – er danke daher allen, die für die europäischen Werte auf die Straße gehen würden, schrieb Bolojan.

Staatspräsident Nicușor Dan, der davor den Empfang aus Anlass des Europatages aus fadenscheinigen Gründen abgesagt hatte, übte indes erstmals offen Kritik an der EU, nachdem er eingangs erwähnte, dass sie Rumänien in den knapp zwei Jahrzehnten seit dem EU-Beitritt des Landes „Modernisierung und wachsenden Wohlstand“ gebracht habe: So warf der Präsident der EU eine Reihe von Fehlern vor – beginnend mit der Abkehr von der Kernenergie zugunsten billigen russischen Erdgases bis hin zur Vernachlässigung der eigenen Rüstungsindustrie. Auch sei Rumänien zu „schwach“ gewesen, um innerhalb der EU seine eigenen Interessen zu wahren, sagte Dan. Was Europa benötige, sei eine „solide und faire Partnerschaft mit den USA“, die Rumänien voll und ganz unterstütze, fügte der Staatschef hinzu.