Bukarest (ADZ) – Die Opposition hat nach der Veröffentlichung der Statistik zur Rezession und Inflation den abgesetzten Premierminister Ilie Bolojan aufs Korn genommen. Der Fraktionschef der AUR-Senatoren, Petrișor Peiu, sprach von einem „Misstrauensvotum der Wirtschaft“ gegen Bolojans Regierung und verwies auf Facebook auf den dritten Rückgang der Wirtschaftsleistung in Folge, die hohe Inflation sowie den Rückgang der Industrieproduktion um mehr als zwei Prozent im ersten Quartal. Die Krise sei „hausgemacht“ und nicht Folge einer europäischen oder weltweiten Entwicklung, schrieb Peiu. Auch PSD-Chef Sorin Grindeanu griff die Regierung scharf an. Die „große Reform“ Bolojans sei die Rezession und zeigte mit dem Finger auf die Abwertung des Leu gegenüber dem Euro. In der Tat war der Kurs auf Tiefststände gesunken, nachdem PSD und AUR gemeinsam die Regierung per Misstrauensantrag stürzten. Führende Wirtschaftsexperten sehen die Verantwortung woanders: bei der hohen Staatsverschuldung und den üppigen Ausgaben der vergangenen Jahre. Die steigenden Energiepreise nach der Marktöffnung im April sowie teurere Kraftstoffe hätten die Inflation zusätzlich angeheizt.
Im ersten Quartal 2026 nahm die Wirtschaftsleistung um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal und um 1,5 % im Jahresvergleich ab. Da es bereits im vierten Quartal 2025 ein Minuswachstum gab, gilt die Entwicklung als technische Rezession – bei 10,7 % Inflation im April.





