Straßburg (ADZ/dpa) – Abertausende Landwirte aus mehreren EU-Staaten, darunter auch Rumänien, haben am Dienstag in Straßburg gegen den Abschluss des Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten demonstriert. Rumänischerseits nahmen nach Angaben des Vorsitzenden des Verbands Pro Agro, Ionel Arion, mehr als 200 Landwirte teil.
Die Bauern wollen damit Druck auf die Europaabgeordneten vor der auf Mittwoch angesetzten Abstimmung ausüben, nachdem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen das Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay am Wochenende unterzeichnet hatte. Davor hatten die EU-Staaten nach jahrzehntelangen Verhandlungen grünes Licht für die Schaffung einer der größten Freihandelszonen der Welt mit mehr als 700 Millionen Konsumenten gegeben. Das EU-Parlament muss das Abkommen in den kommenden Monaten noch ratifizieren. Bereits am Mittwoch stimmen die EU-Abgeordneten jedoch darüber ab, ob das Parlament gegen das Abkommen vor den Gerichtshof der EU (EuGH) zieht.
Landwirte aus mehreren europäischen Ländern, darunter auch die rumänischen, sprechen sich aus Furcht vor billigerer Konkurrenz aus Südamerika gegen das Abkommen aus, obwohl die EU-Kommission zahlreiche Schutzmechanismen zugesagt hatte. Die rumänischen Bauernverbände hatten sich deswegen auch an Staatspräsident Nicușor Dan mit der Bitte gewendet, das Freihandelsabkommen eingehend zu prüfen, da es erhebliche Auswirkungen auf die heimische Landwirtschaft haben werde und kleine sowie mittlere Agrarbetriebe in den Ruin treiben könnte.
Nach Angaben des Pro Agro-Vorsitzenden Ionel Arion wollen die rumänischen Bauern kommende Woche auch in Bukarest vor dem Regierungssitz gegen das Mercosur-Abkommen demonstrieren.





