Bukarest (ADZ) – Bürger und Wirtschaft bekommen die politischen Spannungen auch unmittelbar zu spüren. Die Ankündigung der PSD, am Montag intern über den Entzug der Unterstützung für Premier Ilie Bolojan zu entscheiden, verunsichert die Finanzmärkte und laut Bloomberg gab es am Donnerstag einen deutlichen Anstieg der Zinsen, zu denen sich Rumänien verschuldet. Demnach stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um 13 Basispunkte auf 6,95 Prozent. Auch bei kürzeren Laufzeiten zogen die Zinsen an. Rumänien weist damit die höchsten Finanzierungskosten der Region auf, noch vor Ungarn (6,11), Polen (5,52) und Tschechien (4,72). Für den Staat bedeutet das höhere Finanzierungskosten.
Die Lage der Staatsfinanzen gilt angesichts hoher Defizite als besonders anfällig, was die Nervosität der Anleger weiter verstärkt. Für Bloomberg besteht ein eklatanter Kontrast zu der Entwicklung in Ungarn. Budapest platzierte nach der Wahlniederlage von Viktor Orbán erfolgreich Staatsanleihen im Wert von rund 560 Millionen Dollar. Die Nachfrage lag bei über einer Milliarde Dollar. Die Rendite zehnjähriger Papiere fiel auf 6,11 Prozent, getragen von Erwartungen einer schnelleren Annäherung an den Euroraum.





