Bukarest (ADZ) – Staatspräsident Nicușor Dan hat erstmals Erklärungen zu seiner jüngst geäußerten Kritik an der EU abgegeben, nachdem Medien und Zivilgesellschaft deswegen harsch reagiert und ihm eine europaskeptische Haltung vorgeworfen hatten. Wie Dan am Rande des am Dienstag in Bukarest eingesetzten „Black Sea and Balkan Security Forum“ vor Journalisten sagte, habe er sich damit keineswegs gegen Europa positionieren wollen, seine Kritik habe eher als „Zuneigungsbekundung“ verstanden zu werden – aus seiner Sicht bringe es nämlich nichts, wenn man Europa zu einer Ikone hochstilisiere. Auch gebe es hierzulande keinerlei Debatte zu Europa und den großen europapolitischen Themen, weswegen er de facto diese habe „stimulieren“ wollen.
Davor hatte das Staatsoberhaupt in seiner Rede beim „Black Sea and Balkan Security Forum“ bereits hervorgehoben, dass sich an Rumäniens strategischer Ausrichtung nichts geändert habe – weder in der Beziehung des Landes zur EU noch in jener zur NATO oder den USA. Aus Sicht der rumänischen Behörden gehe es nämlich nicht um eine Wahl zwischen EU und den USA, sondern um eine „zunehmende Kompatibilisierung“ – je stärker Europa sei, desto stärker sei auch die NATO; je stärker das Verteidigungsbündnis, einschließlich dessen Ostflanke sei, desto stärker sei letztlich auch Europa.
Dans Statements erfolgten, nachdem die Medien in den letzten Tagen über eine zunehmende Besorgnis unter den europäischen Diplomaten wegen seiner jüngsten Positionierungen berichtet hatten. Der Präsident hatte be-kanntlich zunächst den traditionellen Empfang zum Europatag abgesagt und damit u. a. auch die Präsidentin des EU-Parlaments, Roberta Metsola, ausgeladen und anschließend mit Kritik an der EU just zum Europatag aufgewartet.





