Bukarest (ADZ) – Vor dem Hintergrund der sich nicht bloß in der PSD, sondern teilweise auch in der PNL mehrenden Kritik an seinem Führungsstil hat Regierungs- und PNL-Chef Ilie Bolojan am Wochenende im Gespräch mit dem Nachrichtensender Digi 24 verdeutlicht, dass ihn die Möglichkeit eines Abgangs weitgehend kalt lasse – er sei Premierminister, solange es „eine Parlamentsmehrheit“ gebe. Sobald es diese nicht mehr gebe, habe er selbstverständlich das Amt zu räumen, so Bolojan, der seine Kritiker wissen ließ, dass sie „schon bald“ bzw. gleich nach seiner anstehenden Vertrauensfrage Gelegenheit haben würden, die aktuelle Parlamentsmehrheit „zu testen“. Der PSD empfahl Bolojan dabei, das zu tun, was sie für richtig halte.
Auf seine möglichen Amtsnachfolger bzw. Innenminister Cătălin Predoiu und Finanzminister Alexandru Nazare (beide PNL) angesprochen, die von den Medien in den letzten Wochen als Wunschkandidaten sowohl der PSD als auch der internen Kritiker rund um den einflussreichen liberalen Kreisratschef von Ilfov, Hubert Thuma, und den EU-Abgeordneten Rareș Bogdan kolportiert werden, winkte Bolojan ab – die meisten rumänischen Politiker würden an „Szenaritis“ leiden, was das Land indes brauche, seien „Seriosität und Verantwortungssinn“.
Der Bukarester Oberbürgermeister und PNL-Vize Ciprian Ciucu bestätigte den Medien, dass es in den liberalen Reihen einige „Verräter“ gebe, die Bolojan gerne sowohl als Regierungs- als auch als Parteichef loswerden würden, um sich erneut enger an die PSD anbinden zu können. Davor hatte auch Staatschef Nicușor Dan gewarnt, dass „die Koalition zurzeit schlechter dasteht als noch vor sechs-sieben Monaten“, doch sei er optimistisch, dass sie „dank des Verantwortungssinns der Koalitionspartner“ überleben werde.





