Bukarest (ADZ) – Erste PSD-Verbände haben sich am Wochenende im Rahmen von Vorabstimmungen zu dem von der Parteiführung angesetzten internen Referendum gegen einen Verbleib der Partei in einer Koalitionsregierung unter Premier Ilie Bolojan (PNL) ausgesprochen – sowohl der PSD-Verband Olt als auch jener aus Dâmbovița stimmten für ein Kabinett ohne Regierungschef Bolojan und ohne die Reformpartei USR als Koalitionspartner; der Beschluss beruhte in beiden Fällen auf Einstimmigkeit. Die Testabstimmungen erfolgten in Anwesenheit von PSD-Chef Sorin Grindeanu, der diese Tage durchs Land tourt, um die Stimmung der Parteibasis bezüglich eines Koalitionsverbleibs oder -aus zu eruieren.
Grindeanus Pläne über eine Regierungskrise stoßen jedoch nicht bei allen Sozialdemokraten auf Zuspruch: So bezeichnete der als Kritiker des Parteivorstands bekannte PSD-Bürgermeister von Buzău, Constantin Toma, das von Grindeanu losgetretene interne Referendum als „Schnapsidee“. Das Land sei hoch verschuldet, man habe ein haushohes Defizit abzubauen, damit die Bonität des Landes nicht auf Ramsch herabgestuft werde, wodurch man an überhaupt kein Geld mehr käme – unter diesen Umständen eine Regierungskrise loszutreten bedeute de facto, den Internationalen Währungsfonds (IWF) ins Land zu bitten, um die Rolle des Finanzministers zu übernehmen, warnte Toma, demzufolge sein Parteichef ein gefährliches Spiel treibt, infolgedessen die PSD aller Wahrscheinlichkeit nach abgleiten werde „wie die Rübe in die Erde“. Dem Sender RFI sagte der Bürgermeister des Weiteren, damit zu rechnen, dass „99 Prozent der Parteimitglieder“ im Rahmen des Referendums für ein Koalitionsaus stimmen und man danach in der Opposition „von der AUR verschlungen“ werde.





