Republik Moldau drängt in die EU: „Frage ist wie schnell, nicht ob“

Premierminister Munteanu besuchte Rumänien zum zweiten Mal

Premierminister Ilie Bolojan (r.) mit dem moldauischen Regierungschef Alexandru Munteanu | Foto: gov.ro

Bukarest (ADZ) – Rumänien bekräftigt seine Unterstützung für die Republik Moldau auf dem Weg in die Europäische Union. Das sagten Premierminister Ilie Bolojan und Präsident Nicușor Dan bei Gesprächen mit dem moldauischen Regierungschef Alexandru Munteanu in Bukarest zu. Im Mittelpunkt der Gespräche auf Regierungsebene stand ein mögliches Logistikprojekt: Der Hafen Konstanza soll den Hafen Giurgiulești übernehmen. Ilie Bolojan dankte seinem moldauischen Amtskollegen für die Erlassung der Vorschriften, die einen Deal bis Ende April ermöglichen.

Die Regierungschefs sprachen zudem über Energieprojekte und die bessere Vernetzung beider Staaten. Thema waren dabei Strom- und Gasverbindungen, der Ausbau von Straßen sowie neue Brücken über den Pruth. 

Beim Treffen Munteanus mit Präsident Nicușor Dan ging es um gemeinsame Prioritäten in einer angespannten Sicherheitslage. Dan betonte, die Republik Moldau könne sich auf Rumänien verlassen – bei Energiefragen, beim Schutz vor hybriden Bedrohungen und bei der Annäherung an die EU. Er sprach sich auch für mehr rumänische Investitionen aus.

Der moldauische Premierminister verwies auf die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Dieser belaste sein Land weiter – durch Vorfälle im Luftraum, Probleme bei der Energieversorgung und Umweltgefahren. Rumänien zeige mit seiner Hilfe echte Solidarität.

Auch die moldauische Wirtschaft stand im Mittelpunkt des Besuchs, wobei Rumänien der wichtigste Handelspartner und größter Investor im Nachbarland bleibt. Alexandru Munteanu traf auch Vertreter der amerikanischen Handelskammer in Rumänien. Trotz Krisen will die Moldau ihren EU-Beitritt beschleunigen, sagte Munteanu auf einer Konferenz in Bukarest. Die Frage sei nicht mehr ob, sondern wie schnell, hieß es ferner.