Bukarest (ADZ) – Die Meldung zur technischen Rezession in den letzten beiden Quartalen 2025 hat neuen Streit in der Koalition ausgelöst. Premierminister Ilie Bolojan stellte den Abschwung als „vorhersehbaren und unvermeidlichen Preis“ für den Umbau des Wirtschaftsmodells dar und sprach von einer nötigen Korrektur. Insgesamt habe die Wirtschaft 2025 dennoch um rund 0,6 Prozent zugelegt.
Auch Staatspräsident Nicușor Dan zeigte sich beschwichtigend: Immerhin sei es gelungen, das Haushaltsdefizit ohne Hilfe des IWF oder anderer Geldgeber abzubauen. Zugleich forderte er tiefgreifende Reformen, weniger Korruption und mehr Wettbewerbsfähigkeit. Die Politik müsse sich stärker an den Erwartungen der Unternehmen orientieren.
Die Opposition griff die Regierung erwartungsgemäß scharf an. AUR-Senator Petrișor Peiu sprach von gescheiterten Sparmaßnahmen und einem Jahr der Stagnation bei hoher Inflation und wachsender Arbeitslosigkeit.
Aus der PSD als stärkstem Akteur der Koalition kamen scharfe Töne. Parteichef Sorin Grindeanu nannte die Rezession eine „Schande für die gesamte Koalition“. Seine Partei trage Mitverantwortung, habe jedoch schärfere Einschnitte wie eine Mehrwertsteuer von 24 Prozent oder das Einfrieren des Mindestlohns verhindern können, distanzierte er sich von den Entscheidungen.
Kommentatoren erinnerten daran, dass die Statistik bereits während der Amtszeit von PSD-Premier Marcel Ciolacu zwei aufeinanderfolgende Minusquartale auswies – eine technische Rezession laut Lehrbuchdefinition.





