Rumäniens Führung begrüßt Machtwechsel in Ungarn

Dan: Neues Kapitel in bilateralen Beziehungen

Der Erdrutschsieg von Peter Magyar beendet die 16-jährige Ära von Viktor Orbán – und hallt weit über Ungarn hinaus. Internationale Medien sehen einen Rückschlag für Washington und Moskau sowie eine Chance für Europa. Die meisten stimmberechtigten Angehörigen der ungarischen Minderheit in Rumänien haben jedoch offenbar die FIDESZ-Partei des Regierungschefs Orbán gewählt. | Foto: Inquam Photos / Alexandru Nechez

Bukarest/Budapest (ADZ) – Der Wahlsieg von Oppositionsführer Peter Magyar in Ungarn stößt in Bukarest auf breite Zustimmung. Staatspräsident Nicușor Dan sprach von einer „klaren und starken Stimme“ des ungarischen Volkes und kündigte an, ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen aufschlagen zu wollen. Premierminister Ilie Bolojan gratulierte ebenfalls und betonte die Bereitschaft, die strategische Partnerschaft weiter auszubauen, insbesondere in Wirtschaft und Fachkooperation.

Auch die Führung des Demokratischen Verbands der Ungarn in Rumänien (UDMR) gratulierte. Parteichef Hunor Kelemen verwies auf die Rekordbeteiligung von mehr als 79,5 Prozent und würdigte das klare Votum. Zuvor hatte er noch Amtsinhaber Viktor Orbán unterstützt. Vizepremier Barna Tánczos zeigte sich vom Ausmaß des Erfolgs überrascht. Er berichtete von einer „revolutionären Stimmung“ in Budapest in der Wahlnacht. „Eine Ära ist zu Ende, Ungarn feiert“, sagte Tánczos. Er räumte ein, die Dynamik des Regierungswechsels unterschätzt zu haben. Die Stärke der Oppositionsbewegung habe er im Vorfeld nicht erkannt.