Bukarest/Paris (ADZ/dpa) – Rumänien ist in diesen Tagen am Überlegen, ob man in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen und Unsicherheiten betreffend den strategischen Partner USA nicht etwa unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs schlüpfen sollte, nachdem der französische Präsident Emmanuel Macron jüngst acht Partnerländern – Deutschland, Polen, den Niederlanden, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Großbritannien – angeboten hatte, sich an einer „fortgeschrittenen nuklearen Abschreckung“ zu beteiligen. Obwohl Macron Rumänien nicht erwähnt hatte, erklärte Außenministerin Oana Țoiu (USR) in den letzten Tagen in Warschau, dass auch Bukarest eine Einladung bzw. ein Gesprächsangebot erhalten habe und der Oberste Verteidigungsrat (CSAT) hierzu entscheiden werde.
Darauf angesprochen sagte Verteidigungsminister Radu Miruță (USR), die Überlegungen der rumänischen Behörden seien „erst in der Anfangsphase“, es müssten viele Aspekte in Betracht gezogen werden – u. a. auch die „Akzeptanz“ der Bevölkerung für eine auf unser Land ausgeweitete nukleare Abschreckung. Diese berge sowohl Vor- als auch Nachteile, fügte Miruță hinzu.
Barna Tanczos (UDMR) wollte indes nichts von einem Gesprächsangebot Frankreichs gehört haben: Dieses ergehe zwar an das Staatsoberhaupt, doch sei er als Vizepremierminister bis dato nicht über ein derartiges Angebot informiert worden.
Konkret hatte der französische Präsident angeboten, dass Partner an den französischen Atomübungen teilnehmen, vorübergehend strategische Elemente zu den Verbündeten verlegt werden und die französischen Luftstreitkräfte tiefer in Europa unterwegs sein könnten. Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU ist Frankreich das einzige EU-Land, das über eigene Atomwaffen verfügt.





